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Luxuswohnungen eines Stararchitekten

Daniel Libeskind und dessen schräges "Sapphire" im Herzen Berlins

Samstag, 17 Januar 2015 22:36 geschrieben von 
Die Baustelle des "Sapphire" an der Berliner Chausseestraße Die Baustelle des "Sapphire" an der Berliner Chausseestraße Quelle: COLPORTAGE

Berlin - Die Chausseestraße (bekannt nicht nur aus der deutschen Monopoly-Ausgabe) in Berlin-Mitte ist derzeit Szenerie zweier spektakulärer Bauvorhaben. Eines ist die künftige Zentrale des Bundesnachrichtendienstes (BND). Das gewaltige Objekt soll 2016 fertig werden, steht jedoch im Wesentlichen.

Direkt gegenüber von dessen Haupteingang findet sich eine von vielen Baustellen der Gegend, in welcher vor allem luxuriöse Eigentumswohnungen im Entstehen begriffen sind. Das dort entstehende Projekt heißt „Sapphire“ und ist eine Schöpfung des Architekturstars Daniel Libeskind, den Berlinern als Formgeber des Jüdischen Museums hinlänglich bekannt. Weitere Werke sind das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück, das Denver Art Museum, das National Holocaust Monument in Ottawa oder das Contemporary Jewish Museum in San Francisco.

„Sapphire“ wird vermutlich nicht zu seinen wichtigsten Objekten zu zählen sein, auch wenn der Architekt selbst den Entwurf von Wohngebäuden als schwierigste Aufgabe bezeichnete. 73 Eigentumswohnungen soll das Gebäude enthalten, seine Form soll an einen geschliffenen Edelstein erinnern. Die Größe der 2-4-Raum-Wohneinheiten liegt zwischen 36 und 169 m²; die Preise bewegen sich in einer Höhe zwischen 5250 Euro je Quadratmeter auf der Straßenseite und 9250 Euro je Quadratmeter für eine Dachgeschoßwohnung.

Der Werbetext auf der Seite des Architekten liest sich folgendermaßen: „Berlin-Mitte erhält ein neues Juwel: einen architektonischen Meilenstein aus der Hand des Architekten Daniel Libeskind. Es ist sein erstes Wohngebäude in Europa und trägt seine Handschrift mit ihren typischen Ecken und Winkeln. Ein einzigartiges Objekt, geschnitten wie ein Diamant, wird hier geschaffen - sprudelnd, faszinierend und so selten wie wünschenswert. Sei Teil davon, denn SAPPHIRE verändert Berlin.“

Typisch für die Werke Libeskinds sind zahlreiche Schrägen und untypische Winkel, eine enge Verbindung zwischen Gestalt und versteckter Zahlensymbolik. Der Deutsche Koordinierungsrat erklärte anläßlich seiner Auszeichnung mit der Buber-Rosenzweig-Medaille im Jahr 2010: „Immer gelingt es Libeskind, durch die inspirierende Räumlichkeit seiner Arbeiten einen Dialog zwischen Architektur und Geschichte der Juden herzustellen, dem man sich nicht entziehen kann.“ Kritiker betrachten die Bauwerke bisweilen als mit Symbolik überladen, was dem Nutzen nicht immer gerecht werde. Doch dem Erfolg scheint dies keinen Abbruch zu tun. Auch die Wohnungen im „Sapphire" waren in kürzester Zeit weitgehend vergeben. Ein Zusammenhang mit der entstehenden BND-Zentrale ist dabei durchaus zu vermuten. Vielleicht werden sich ja die dort verpflichteten James Bonds und Mata Haris auf der eigenwilligen Dachkonstruktion einst ebenso romantische wie publikumswirksame Verfolgungsjagden bieten. Vielleicht auch nicht.

 

Quellen:

http://www.sapphire-berlin.com/en/
http://libeskind.com/works/architecture/

Letzte Änderung am Sonntag, 18 Januar 2015 17:53
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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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