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Mehr als Big Mac

Imagepolitur bei McDonalds

Sonntag, 04 Januar 2015 18:04 geschrieben von 
Imagepolitur bei McDonalds Quelle: pixabay.com

Berlin - Pünktlich zum Jahresbeginn stellte Deborah Wahl, ihres Zeichens Chef-Marketingstrategin von McDonalds USA, die neue Imagekampagne des Unternehmens vor. Auf dessen hauseigener Nachrichtenseite heißt es dazu: „McDonalds entfacht seinen bekannten Slogan neu – „I'm lovin' it“ – durch Einführung einer neuen Plattform, welche den Schwerpunkt mehr auf lovin' legt. Dieser neue Schwerpunkt wird alles, was wir tun, zur Bewegung nach vorne bringen, von Werbung und Marketing bis dahin, wie wir mit den Kunden in Restaurants und sozialen Netzwerken interagieren.“

Nahezu esoterisch verkündet man dann „Wir bemerken, genau wie unsere Kunden, all die Negativität, welche das tägliche Leben umgibt, und wir entscheiden uns, mehr Liebe zu zelebrieren.“

Neben einer umfangreichen Pressekampagne ist auch die Neugestaltung der Lokale und Produktverpackungen sowie Mitarbeiterbekleidung Teil des Imageprogramms.

Das Unternehmen reagiert damit unter anderem auf Fragen, welche die Öffentlichkeit dem Unternehmen stellte und die im Oktober des Vorjahres im Rahmen der „Your Questions“-Kampagne ausgewertet wurden. Zur Verstärkung seiner Glaubwürdigkeit konnte es zudem einen Mitarbeiter der angesehenen TV-Show „Mythbusters“ für sich gewinnen.

Der Erfolg des Vorhabens bleibt abzuwarten, der Skandal um die Verwendung abgelaufenen und neu beschrifteten Fleisches vom Zulieferer Shanghai Husi Food Co. (SHFC) liegt noch nicht lange zurück, ebenso fand die Nachricht über die Löschung einer unternehmenseigenen Netzseite, auf welcher McDonalds seinen Mitarbeitern vom Verzehr von Fastfood abriet, weite Verbreitung.

Dort hieß es: „Fastfoods sind eine schnelle, preisgünstige und fertig erhältliche Alternative zum Kochen daheim. Sind sie praktisch und ökonomisch für einen geschäftigen Lebensstil, so doch typischerweise von einem hohen Gehalt an Kalorien, Fett, ungesättigtem Fett, Zucker und Salz und können Menschen dem Risiko der Übergewichtigkeit aussetzen.“

Stattdessen riet man den Mitarbeitern, Restaurants zu besuchen, welche Sandwiches, Suppen und Gemüse als brauchbare Alternativen anböten. Ob übergewichtige Mitarbeiter als ungeeignete Werbeträger für die eigene Produktpalette betrachtet werden?

Letzte Änderung am Sonntag, 04 Januar 2015 18:12
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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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