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Fragen der betrieblichen Altersversorgung

Josef Bader von der DG-Gruppe: Mit Angeboten zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV) gegen Altersarmut?

Mittwoch, 10 April 2019 23:42 geschrieben von 
Josef Bader, Vorstandsvorsitzender der DG-Gruppe AG, neben Wolfgang Bosbach (CDU) Josef Bader, Vorstandsvorsitzender der DG-Gruppe AG, neben Wolfgang Bosbach (CDU) Quelle: COLPORTAGE

Wemding – Angesichts langfristig sinkender gesetzlicher Renten treibt immer mehr Menschen die Frage um, wie sie auch im Alter ihren gewohnten Lebensstandard halten können. Vor dem Hintergrund der immer längeren Lebenserwartung und damit auch einer längeren Rentenbezugsdauer sollte alles unternommen werden, um durch Zusatzabsicherungen den Lebensabend genießen zu können. Deshalb richten Arbeitnehmer den Blick immer stärker auf die Angebote der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Mit ihren Durchführungswegen Pensionskasse, Pensionsfonds, Pensionszusage/Direktzusage, Direktversicherung und Unterstützungskasse kann die bAV ein wirksamer Schutz vor drohender Altersarmut sein.

Anfang dieses Jahres widmete sich unter dem Aspekt der Mitarbeitergewinnung und -bindung auch der Bund der Selbständigen – Gewerbeverband Bayern e.V. (BDS) der Thematik. Beim BDS-Jahresauftakt in München sprach vor zahlreichen Wirtschaftsvertretern der langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach über „Selbstständigkeit im Wandel? Was der Mittelstand jetzt braucht“. Die Versammelten waren sich einig, dass in Zeiten des „Fachkräftemangels“ Angebote der betrieblichen Altersvorsorge ein wichtiges Instrument sind, um qualifizierte Mitarbeiter zu finden und an ein Unternehmen zu binden. Neben Bosbach referierte Josef Bader als langjähriger Exklusivpartner des BDS. Der Vorstandschef der im bayerischen Wemding ansässigen DG-Gruppe AG erläuterte unterschiedliche Modelle der Entgeltoptimierung und deren Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Vor den Firmenchefs warb der Betriebsrenten-Profi für eine moderne Vergütungsgestaltung, die weitgehend kosten- und aufwandsneutral betriebliche Sozialleistungen implementiert und ein Faktor der Mitarbeitermotivation und Unternehmensidentifikation ist.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) scheint den Wert der betrieblichen Altersvorsorge hingegen noch nicht erkannt zu haben. Erst jüngst hatte sie die Entlastung von Betriebsrentnern bei Krankenkassenbeiträgen abgelehnt und dafür auf einer Tagung des „Handelsblattes“ Kopfschütteln geerntet. Eigentlich hat eine Entlastung von Betriebsrentnern in den Reihen von CDU, CSU und SPD viele Anhänger. Union und SPD sind zwar unterschiedlicher Meinung, wie entstehende Einnahmeausfälle in der gesetzlichen Krankenversicherung kompensiert werden können. Dass die sogenannte Doppelverbeitragung abgeschafft werden muss, ist aber eigentlich Konsens. Nach dieser Regelung müssen Rentner auf bAV-Bezüge sowohl den Arbeitnehmer- als auch den Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Krankenversicherung zahlen. Mitte Februar 2019 behauptete Merkel in einer Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion mit Blick auf Entlastungen lapidar: „Das geht nicht.“ Die Besserstellung von Betriebsrentnern bei den Krankenkassenbeiträgen habe keine Priorität. Damit stellte sich die Regierungschefin gegen die SPD, einen CDU-Parteitagsbeschluss und die Teilnehmer der 20. „Handelsblatt“-Tagung zur betrieblichen Altersversorgung. Sie alle verlangen ein Ende der Doppelverbeitragung. Fragen der betrieblichen Altersabsicherung sind also politisch heiß diskutiert.

Umso wichtiger ist es, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer umfassend über die Vorteile der bAV informiert werden. „Ein Arbeitnehmer, der 100 Euro in eine betriebliche Altersvorsorge investiert, bringt dafür ja immer nur 50 Euro selbst auf, also die Hälfte. Zeigen Sie mir mal eine andere Sparform, wo sie 20 Euro anlegen und 40 Euro investiert werden“, sagt Josef Bader selbstbewusst. Für den Gründer und Chef der DG-Gruppe gibt es aus Sicht der Beschäftigten kein besseres Mittel, um sich vor Altersarmut zu schützen. Die DG-Gruppe AG ist als Unternehmensberatung zu allen Fragen der betrieblichen Altersvorsorge und Entgeltoptimierung aktiv. Zu diesem Unternehmensverbund gehören die DG-Gruppe Beratung und Betreuung GmbH, die Deutsche Gesellschaft für Entgeltoptimierung mbH (DGEO), die Deutsche Gesellschaft für Vermögensentwicklung mbH (DGVE), die DG-Akademie GmbH sowie die Deutsche Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung AG (DGbAV). Die neue Gesellschaft war im Juli 2012 durch formwechselnde Umwandlung der DG-Gruppe GmbH entstanden. Die Aktien der DG-Gruppe AG sind seit dem 12. März 2015 im Freiverkehr der Hamburger Börse gelistet.

Die DGbAV bietet Unternehmensvertretern, Arbeitnehmern, Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern, Rechtsanwälten, Maklern und Finanzdienstleistern kostenlose Informationsmaterialien zu allen Fragestellungen der betrieblichen Altersvorsorge und beschreibt das eigene Unternehmensprofil so: „Die DGbAV unterstützt Unternehmen, deren steuerliche Berater und Mitarbeiter bei der Einführung und der Handhabung der bAV. Durch Vorträge und individuelle Beratungsgespräche legen wir allen Beteiligten dar, wo die Potenziale von bAV, Entgeltumwandlung und neuen gesetzlichen Bestimmungen wie z.B. der Portabilität von Versorgungsansprüchen liegen. Eine große Anzahl zertifizierter bAV-Spezialisten der DGbAV gewährleistet deutschlandweit die nötige Personalstärke für die Einzelberatung und ermöglicht eine reibungslose sowie kompakte Einrichtungsphase – gerade auch bei großen Unternehmen.“

Grundlage der bAV ist hierzulande das Betriebsrentengesetz, das insbesondere die gesetzlichen Unverfallbarkeitsfristen, den Insolvenzschutz und den Anspruch auf Entgeltumwandlung klarstellt. In Paragraf 1 des Betriebsrentengesetzes wird die „Zusage des Arbeitgebers auf betriebliche Altersvorsorge“ geregelt. In den weiteren Abschnitten sind die Altersgrenzen, der Geltungsbereich und die Insolvenzsicherung festgelegt. Dabei gibt es verschiedene Wege zur betrieblichen Altersversorgung. Die DGbAV weist darauf hin, dass es zwischen den bAV-Modellen nicht nur Unterschiede in arbeitsrechtlicher, sondern auch in betriebswirtschaftlich-steuerrechtlicher Hinsicht gibt. Unter Berücksichtigung der konkreten Unternehmenslage und Mitarbeitersituation bietet Josef Bader maßgeschneiderte Beratungsleistungen zu den fünf Durchführungswegen Pensionsfonds, Pensionskasse, Direktversicherung, Unterstützungskasse und Pensionszusage/Direktzusage sowie alternativ Zeitwertkonten an. „Wir führen grundsätzlich Gespräche auf Geschäftsführerebene und analysieren erst einmal, was in dem jeweiligen Unternehmen bisher im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge angegangen wurde“, erläutert Bader. „Wenn wir dann sehen, was dieses Unternehmen tatsächlich alles anzubieten hat, geht es im nächsten Schritt darum, alles zu modifizieren und zu optimieren. Danach kommt die Belegschaftsberatung. Das bedeutet, dass wir das erarbeitete Modell den Beschäftigten durch Einzelberatungen näherbringen.“

Die DG-Gruppe AG betreut in Deutschland eigenen Angaben zufolge derzeit 2.500 Unternehmen. „Unsere Kunden sind der Mittelstand, das heißt Firmen mit zehn bis zu mehreren Tausend Mitarbeitern“, sagt der Vorstandschef und ergänzt: „Über unseren Kundenstamm hinaus haben wir einen eigenen Interessenpool von über 600.000 Unternehmen, die wir in einem regelmäßigen Roll-up kontaktieren. Außerdem haben wir ständig 700 bis 800 Unternehmen in der Pipeline, also im Vorlauf.“

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Dirk Schneider

Dirk Schneider (Jahrgang 1969) ist Oberst a.D. und absoluter Kenner in Sachen "Informationsgewinnung vom und über den Feind".

Er greift für die Redaktion von COLPORTAGE die besonders heißen Eisen auf.

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