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45. Weltwirtschaftsforum in Davos

Mit dem Feigenblatt Oxfam kritisiert es sich gut

Mittwoch, 21 Januar 2015 19:23 geschrieben von 
Logo der World Economic Forum Logo der World Economic Forum Quelle: weforum.org

Davos - Vom 21. bis 24. Januar dieses Jahres wird in Davos (Schweiz) das 45. Weltwirtschaftsforum stattfinden. Das diesjährige Motto lautet „The New Global Context“ („Der neue globale Kontext“). Vier Kernthemen stehen auf dem Programm: „Krise und Zusammenarbeit“, „Wachstum und Stabilität“, „Innovation & Industrie“ sowie „Gesellschaft und Sicherheit“. Zu den sechs Co-Vorsitzenden gehören Eric Schmidt, seit April 2011 Executive Chairman von Google sowie der Weltbankpräsident Jim Yong Kim. Erwartet wird auch der französische Präsident Hollande, Putin und Medwedew werden sich hingegen vertreten lassen.

Als Co-Vorsitzende teilnehmen wird auch Winnie Byanyima, derzeit amtierende Geschäftsführerin von Oxfam International. Die Nichtregierungsorganisation wies im Vorfeld der Konferenz darauf hin, daß sich bis zum Jahr 2016 die Schere zwischen arm und reich dermaßen auseinanderbewegt haben würde, daß 1% der Menschheit mehr als die übrigen 99% besitzen würden. Die Explosion der Ungleichheit verhindere den Kampf gegen die globale Armut zu einer Zeit, in welcher einer von neun Menschen weltweit nicht genug zum Essen hätte und über eine Milliarde Menschen mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag auskommen müßten.
Oxfam kündigte an, Winnie Byanyima würde ihre Position in Davos nutzen, um dringende Maßnahmen zur Armutsbekämpfung zu fordern sowie Druck in Richtung eines globalen Abkommens zum Klimawandel zu machen.

Dabei ist die Theorie vom menschengemachten Klimawandel unter Sachverständigen durchaus umstritten, Kritiker sehen darin zum großen Teil Propaganda einflußreicher Lobbyisten im Fahrwasser Al Gores, manche sehen in Forderungen nach Maßnahmen gegen Staaten, welche sich als Klimasünder verhielten, gar weitere Vorzeichen für die Errichtung einer globalen Wirtschaftsdiktatur.

Ungeachtet dessen darf die Glaubwürdigkeit von Oxfam als Stimme der Armen mit Vorsicht betrachtet werden. Lady Lynn Forester de Rothschild, welche auf dem Bilderbergertreffen 1998 durch Henry Kissinger ihrem jetzigen Mann Sir Evelyn de Rothschild vorgestellt wurde, mittlerweile Geschäftsführerin der E.L. Rothschild und Vorsitzende der „Koalition für Inklusiven Kapitalismus“, sprach gestern auf einer gemeinsamen Veranstaltung von Oxfam und der Universität Oxford zum Thema „Ungleichheit“, sie rief zuvor die Wirtschaftsführer, welche sich in Davos treffen werden, dazu auf, ihren Teil bei der Bekämpfung extremer Ungleichheit zu spielen.

Über den Armutsbericht von Oxfam sagte sie: „Oxfams Bericht ist lediglich der jüngste Beweis, daß Ungleichheit schockierende Extreme erreicht hat, und weiterhin wächst. Es ist Zeit für die globalen Führer des modernen Kapitalismus, zusätzlich zu unseren Politikern, daran zu arbeiten, das System zu verändern, es inklusiver zu machen, gerechter und nachhaltiger.“ Also sprach Lady de Rothschild.

 

Quellen:

http://www.oxfam.org.uk/blogs/2015/01/richest-1-per-cent-will-own-more-than-all-the-rest-by-2016
http://en.wikipedia.org/wiki/Lynn_Forester_de_Rothschild

Letzte Änderung am Mittwoch, 21 Januar 2015 19:32
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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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