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Rosneft angelt am Orinoco nach Öl

Russland und Venezuela: ein 14 Milliarden Dollar-Deal

Sonntag, 31 Mai 2015 20:58 geschrieben von 
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Caracas - Allerlei interessante geopolitische Geschehnisse von einiger Bedeutung bleiben in den hiesigen etablierten Medien weitgehend unbeachtet. Eine der Spezialitäten von COLPORTAGE ist, wie unseren Lesern kaum entgangen sein dürfte, anhand aktueller Ereignisse auf grundsätzliche Entwicklungen aufmerksam zu machen. In dieser Woche ist es Venezuela gelungen, seiner Zusammenarbeit mit Russland deutlich mehr Gewicht zu geben: mit einem neuen, umfangreichen Öl- und Gasdeal.

Am 27. Mai hatte ein durch Venezuelas Präsidenten Nicolas Maduro angeregtes Treffen von Eulogio de Pino, dem Präsidenten der staatlichen venezolanischen Erdölgesellschaft PDVSA, mit Igor Sechin, dem Präsidenten des ebenfalls staatseigenen russischen Ölkonzerns Rosneft, stattgefunden. Dieses resultierte in der Unterzeichnung eines Abkommens, welches zusätzliche russische Investitionen in die venezolanische Öl- und Gasindustrie in Höhe von 14 Milliarden Dollar innerhalb der nächsten Jahre vorsieht.

Die Gelder sollen bei der Erschließung des im Nordosten des Landes gelegenen Orinocogürtels eingesetzt werden, wo sich einige der größten Rohölvorkommen der Erde und bislang bereits 250 Ölfelder befinden. PDVSA zielt auf eine Verdoppelung der Ölförderung auf täglich sechs Millionen Barrel bis 2019, vier Millionen von diesen sollen aus dem Orinocogürtel kommen.

2012 konnte Rosneft nach Angaben der venezolanischen Nachrichtenseite „Venezuelanalysis“ mit der PDVSA bereits ein Abkommen über Investitionen in Höhe von 16 Millionen Dollar im südlichen Teil des Orinocogürtels abschließen und ist seither in Venezuela im Geschäft. Ein weiteres Abkommen mit der venezolanischen Regierung folgte 2014. Venezuela ist einer der weltweit führenden Ölproduzenten und verfügt nach eigenen Angaben über die größten Rohölvorkommen der Erde. Im Außenhandel ist es fast vollständig auf den Ölexport angewiesen, die sinkenden Ölpreise der letzten Jahre stellten für seine Wirtschaft und damit die Stabilität seiner Regierung deshalb einen schweren Schlag dar.

 

Quellen:

http://venezuelanalysis.com/news/11400
http://www.bbc.com/news/world-latin-america-32913755

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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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