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Im Dienste der Auflösung

Ai Weiwei liegt am Strand rum

Mittwoch, 03 Februar 2016 02:58 geschrieben von 
"Ai Weiwei liegt aus Protest am Strand von Lesbos rum" "Ai Weiwei liegt aus Protest am Strand von Lesbos rum"

Berlin - Wir erinnern uns an das traurige Foto des toten Jungen am Strand, welches im September letzten Jahres um die Welt ging, bzw. durch die Presse um die Welt gegangen wurde. Es wurde zum Propagandahammer der Zuwanderungslobby; der Tod des Kindes wurde ausgiebig genutzt, um kritische Fragen zur unbegrenzten Aufnahme pauschal als „Flüchtlinge“ deklarierter Zuwanderer aus Nahost und Afrika als unmenschlich und herzlos abkanzeln zu können. Jetzt lag auch der hinreichend bekannte Ai Weiwei am Strand.

Anders als bei Aylan Kurdi handelt es sich diesmal jedoch nicht um ein tragisches Unglück, sondern um einen „großen künstlerischen Tribut“, wie uns die Mainstream-Presse weismachen will. Denn Ai Weiwei möchte damit eine politische Aussage treffen, die mit der Agenda jener, welche Migrationsbewegungen verursachen und gleichzeitig von ihr profitieren, wunderbar zusammenfällt.  Es kann nicht oft genug festgestellt werden, daß es exakt die gleichen „philanthropischen“ Kreise sind, welche weltweit Länder mit Kriegen und Farbrevolutionen destabilisieren und in Europa einer völligen Auflösung durch Massenzuwanderung das Wort reden.
Und was möchte nun dementsprechend Ai Weiwei? Genau – unter dem Banner der Menschlichkeit fordert er die Entgrenzung Europas. Erst vorige Woche hat er eine Werkschau in Dänemark gestoppt, um gegen die dort nun doch etwas restriktivere Asylpolitik zu protestieren.

Jedenfalls hat er zu diesem Zweck das Foto von Aylan nachgestellt, indem er sich auf der griechischen Insel Lesbos bäuchlings auf den Strand legte. Ob er auch die Hintergründe kennt, die nach und nach herauskamen? Daß der arme Aylan eigentlich kein Flüchtling war, sondern der Sohn eines schon lange in der Türkei lebenden Schleppers, der schlicht unverantwortlich gehandelt hatte?  Und, was viel schäbiger ist, daß er eigentlich zwischen Steinen liegend gefunden wurde, jedoch (von der angeblichen Finderin?, der „zufällig anwesenden“ Fotojournalistin Nilüfer Demir) einige Meter weiter geschleppt wurde, um ein besseres Fotomotiv zu haben?
Ob die Aktion Ai Weiweis nun Kunst ist, oder nicht, ist zweitrangig. Wenn es solche ist, tritt sie jedenfalls deutlich hinter die mediale Ausschlachtung und die politische Absicht zurück. So, wie es bei der Darstellung des Todes eines kleinen Kindes nicht um Menschlichkeit, sondern eine bestimmte Absicht ging. Die entscheidende Frage aber ist: muß Ai Weiwei nun auf eine Journalistin warten, die ihn umbettet? Liegt er vielleicht auch falsch?

Verweise:
http://www.n-tv.de/panorama/Ai-Weiwei-stellt-Bild-von-Aylan-Kurdi-nach-article16902596.html
https://www.compact-online.de/der-falsche-fluechtling-11-mysterien-im-fall-aylan-koennten-zu-einer-anderen-wahrheit-fuehren-koennte

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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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