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Achtung, Satire! Oder doch nicht?

Beleidigter Flüchtling droht mit Heimreise

Sonntag, 31 Januar 2016 20:12 geschrieben von 
Ein Mitglied der Linksalternativen Partei hofft auf ein intimes Treffen mit Ahmad al-Haloumi Ein Mitglied der Linksalternativen Partei hofft auf ein intimes Treffen mit Ahmad al-Haloumi Quelle: de.wikipedia.org | Hans Weingarten | CC BY-SA 2.0 de

Berlin – In seinem Heimatland hatte Ahmad al-Haloumi sich für die wahhabitische Auslegung der Sharia eingesetzt und Anschläge auf Ungläubige vorbereitet. Das kam nicht gut an, denn das Land ist ein laizistischer Staat, wo alle Religionen gleichberechtigt sind. Freunde meinten, er könne ins Gefängnis kommen, wenn das herauskäme und rieten ihm zur Flucht.

Also sprang er vom 10-Meter-Turm ins Mittelmeer und schwamm, um sich mit der Regelung bezüglich sicherer Drittstaaten nicht befassen zu müssen, direkt nach Deutschland durch, genauer gesagt, nach Berlin. Dort stieg er aus dem salzigen Wasser und schleppte sich mit letzten Kräften zur zentralen Aufnahmestelle, dem LAGESO in Moabit.
Es folgte das übliche Prozedere: den frisch gefälschten Paß vorzeigen, in einer Turnhalle unterkommen, randalieren, eine Wohnung bekommen. Sogar ein Smartphone und eine ganze Menge Kuscheltiere hat er erhalten, wobei er aber aus Platzgründen überlegt, die Spielzeuge abzufotografieren und nur auf dem Smartphone zu behalten. Soweit alles gut, könnte man meinen.
Leider kam es vor kurzem zu einem Mißverständnis. „Ich hatte gelernt, wenn eine Frau Haut zeigt, will sie es. Warum sollte sie sonst Haut zeigen? Sonst könnte sie doch auch alles verdecken, ist doch logisch. Warum verstehen die Kuffar das nicht?“ wundert sich Ahmad. Einige freizügige Frauen hatten (und das trotz der Kälte!) ihre Gesichter nicht verdeckt, das hatte er als Einladung verstanden. „Warum wollen sie es, und dann wollen sie es nicht gewollt haben?“ Der professionell ausgebildete Ziegenmasseur wirkt niedergeschlagen.
„Und jetzt sagen manche sogar, ich sei gar kein richtiger Flüchtling und habe mir die ganze Geschichte nur ausgedacht. Ich sei ein Frauenbelästiger und so weiter. Dabei habe ich nur nehmen wollen, was man mir angeboten hat.“ Die Vorwürfe treffen ihn tief. „Ich überlege, ob ich einfach zurückgehe und mich dort stelle. Und wenn ich dann eingesperrt und vielleicht erschossen werde oder vielleicht einfach wieder lebe wie vorher, wird es euch leid tun, daß ihr mein Verhalten kritisiert habt!“
Die Lesern von COLPORTAGE bereits hinlänglich bekannte Linksalternative Partei unter Führung von Frau Kevin-Klaudius von Rothenburg allerdings hält mal wieder allein Deutschland die Flagge der Humanität bis zum Ende hoch: „Wenn Herr al-Haloumi sich nach dem Austausch von Zärtlichkeiten sehnt, kann er gerne zu uns kommen, unsere Mitglieder, Frauen und auch Schwule, sind da ganz offen, wenn es sich um Flüchtlinge handelt.“ Man habe ihm auch schon einen Brief mit Nacktbildern verschiedener Parteimitglieder geschickt. Leider sei bislang keine Antwort gekommen.

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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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