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Ein Volk im Freudentaumel

Madonna will Russland verschonen

Samstag, 15 August 2015 15:06 geschrieben von 
Madonna singt Give Me All Your Luvin' live bei der MDNA Tour (2012) Madonna singt Give Me All Your Luvin' live bei der MDNA Tour (2012) Quelle: de.wikipedia.org | CC BY-SA 3.0

Moskau - „Daß ich das noch erleben darf!“ Die 150jährige Babuschka Katinka ist sichtlich gerührt. „Endlich mal eine vernünftige Entscheidung von dieser Schabracke.“ „Ja, das war ja wirklich eine Zumutung“ pflichtet ihr der blonde und kräftige Ururenkel Fjodor bei. „Ich bevorzuge die Ikone des Erzengels Michael gegenüber dieser albernen Pop-Ikone" fügt er selbstbewußt hinzu.

Tatsächlich hat die halbseidene Sängerin Madonna Louise Ciccone, Jahrgang 1958, üblicherweise bekannt als „Madonna“, angekündigt, sie würde höchstwahrscheinlich nie wieder in Rußland auftreten. Ihre Tour soll im September starten, doch Russland steht nicht auf dem Programm. „Ich werde nie wieder in Moskau oder Sankt Petersburg erscheinen, denn ich möchte nicht an Orten auftreten, wo Homosexualität gleichrangig mit einem Verbrechen ist.“

Bereits im Jahr 2012 hatte Madonna, die sich schonmal bescheiden selbst als „Freiheitskämpferin“ bezeichnet, sich bei einem Konzert in Sankt Petersburg gegen das russische Gesetz, welches keineswegs Homosexualität, sehr wohl aber homosexuelle Propaganda gegenüber Minderjährigen untersagt, ausgesprochen und ihre Solidarität mit den kirchenschändenden und feinfrosthuhnfickenden CIA-Propaganda-Pusen Pussy Riot bekundet.

Der konservative St. Petersburger Gesetzgeber Vitaly Milonov, welcher für seine LGBT-kritischen Ansichten bekannt ist, reagierte laut Moscow Times rasch auf die Aussage der alternden halbpornösen Pop-Diva und bezeichnete sie als „heuchlerische alte Dame“, welche Schwulenrechte über das Leben von Kindern stelle, welche wegen des Konflikts in der Ostukraine litten.

„Mal ganz ehrlich“ verrät der blonde Fjodor gegenüber unserem COLPORTAGE-Datschen-Experten in einem Vorort von Moskau „die Musik von dieser Marona oder Masonna war ja auch nicht so wirklich doll. Wir hatten hier Mussorgsky und Glasunow, und heute haben wir immerhin Polina Gagarina. Und wenn diese Maradonna ihre Haut zeigen will, ist das doch seit wenigstens 20 Jahren auch eher ein zweifelhafter Genuß. Außerdem habe ich ja meine kleine Natalja“, und nach einem zwanglosen Lächeln küßt er das hübsche Mädchen neben sich auf die Wange. Eins muß Babuschka Katinka zum Abschied unbedingt noch loswerden: „Aber dafür, daß sie uns hier endlich in Ruhe läßt, hätte sie doch wirklich mal einen Orden verdient“ ruft sie aus und muß schmunzeln. Weisheit des Alters...

 

Verweise:

http://www.themoscowtimes.com/news/article/madonna-likely-to-never-perform-in-russia-again/527830.html
http://www.themoscowtimes.com/news/article/madonna-vows-to-defy-anti-gay-law-at-st-petersburg-concert/455330.html
http://instinctmagazine.com/post/madonna-ill-never-perform-russia-again
http://www.theguardian.com/world/2012/nov/22/russian-court-madonna-gay-rights

Letzte Änderung am Samstag, 15 August 2015 20:15
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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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