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Möglicherweise nur eine Satire

Mark Zuckerberg jobbt für Heiko Maas

Sonntag, 28 Februar 2016 06:05 geschrieben von 
Heiko Maas im Jahr 2014als Hellseher: „Einmal werde ich zusammen mit Anetta Kahane Mark Zuckerberg ausbeuten“ Heiko Maas im Jahr 2014als Hellseher: „Einmal werde ich zusammen mit Anetta Kahane Mark Zuckerberg ausbeuten“ © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0

Berlin - Im Dezember letzten Jahres berichtete COLPORTAGE exklusiv über das Unglück des facebook-Gründers Mark Zuckerberg. Dieser hatte durch einen Zahlendreher bei einer Überweisung versehentlich unsere Redaktion reich gemacht (wovon wir einige Tage gut gefeiert haben), sich selbst hingegen bettelarm. In Folge war ihm auch noch Ehefrau Priscilla Chan entlaufen, und um sein Geld und somit sie wiederzubekommen, hat er jetzt eine neue Stelle angenommen: als Facebook-Zensor beim Innenministerium der Bundesrepublik Deutschland. COLPORTAGE besuchte den ehemaligen Milliardär an seiner neuen Arbeitsstelle.
Ein tristes Wetter herrscht heute da draußen, in Berlin-Mitte, doch noch trister sieht es hier drinnen aus, in diesem Bunker, wo einige der Spezialisten der von Justizminister Heiko Maas  neugegründeten und von der ehemaligen Stasi-Mitarbeiterin Anetta Kahane geleiteten Abteilung zur Bekämpfung sogenannter Haß-Postings im Internet arbeiten.

Dort treffen wir in einem Raum, wo alles voll mit PCs und blassen Jünglingen ist, auch Herrn Zuckerberg. Bereitwillig gibt er Auskunft: „Den ganzen Tag geht das so – ich denke mir irgendwelche Pseudonyme aus, meist sowas wie „Thor Stahlhart“ oder „Arnulf Germania“. Zu diesen lege ich Profile an. Dann geht es in die verschiedenen facebook-Gruppen. Freundschaftsanfragen stellen, Aufnahmeanträge für Gruppen stellen.“

Dann gehe es auf die Jagd auf Feinde der Demokratie, Maaskritiker, Flüchtlingsgegner. Auf das Pack. Beiträge lesen, Namen merken. Alle paar Minuten kämen Heiko Maas und Anetta Kahane, meist Hand in Hand, vorbei, und ließen sich die Listen mit den zu sperrenden Beiträgen und Nutzern geben. „Das machen Heiko und Anetta wirklich alles selber – Zensur ist hier sozusagen noch echte Handarbeit!“ lächelt er und wirkt fast ein wenig stolz.

Manchmal sei aber auch er sich nicht sicher, ob ein Satz als Haßkommentar zu werten sei. Er wisse nicht, ob etwa „Mark Zuckerberg ist doof“ schon als Antisemitismus gelten müsse, das erschließe sich erst im Kontext. Letztlich gehe es aber für ihn auch nicht um persönliche Befindlichkeiten, sondern um die Sache. Und eigentlich, wenn er ehrlich sei, vor allem um seinen Job. Mit viel Fleiß könne er sich vielleicht wieder hocharbeiten in den erlauchten Kreis der Reichen und Schönen, dem er vor noch gar nicht langer Zeit selbst angehört hatte. „Wenn ich mein Geld einmal wieder zurückverdient habe, darf ich vielleicht Priscilla wiedersehen...“ erklärt der junge Mann mit brüchiger Stimme. Das muß Liebe sein.

Verweise:

http://www.colportage.de/kategorien/mark-zuckerberg-beschenkt-versehentlich-colportage.html
https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2015/facebook-will-gegen-hasskommentare-vorgehen
http://www.compact-online.de/hasskommentare-kommen-ins-gedankenloch-die-maas-zuckerberg-connection
http://www.huffingtonpost.de/tomas-spahn/maas-zensur-facebook_b_8157442.html

Letzte Änderung am Sonntag, 28 Februar 2016 06:13
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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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