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Die Weltregierung greift durch

Privatisierung der Sonne beschlossen

Dienstag, 15 September 2015 17:48 geschrieben von 
„Die Sonne - Leistung will bezahlt sein“ „Die Sonne - Leistung will bezahlt sein“ Quelle: COLPORTAGE

London - Wir schreiben das Jahr 2025. Auf Wunsch der Weltbeleuchtungsorganisation (WBO) hat die Weltregierung endlich beschlossen, die Sonne zu privatisieren. Mehrere Firmen haben bereits Interesse gezeigt, der Weltregierung Teile der Sonne abzukaufen. Es wird mit Einnahmen in Milliardenhöhe gerechnet.
Die Gründe für die Privatisierung liegen auf der Hand. Neben zu füllenden Löchern im Staatshaushalt geht es um ethisch-moralische Fragen. „Dinge, die kostenlos zur Verfügung stehen, werden für gewöhnlich verschwendet, die Menschen machen sich überhaupt keine Gedanken darüber“ so WBO-Chefin Petra Barback. „Dabei ist die Haltbarkeit der Sonne begrenzt, so wie die eines Autos oder Kühlschranks. Es steht eben nicht unbegrenzt zur Verfügung, und indem man sich kostenlos bescheinen läßt, wird diese Situation sicher nicht besser.“
Müßten die Verbraucher die Nutzung von Sonnenlicht bezahlen, würden sie lernen, damit bewußter umzugehen. Die Privatisierung der Flüsse, Seen und Ozeane habe ja ebenfalls zu einem Rückgang des Mißbrauchs durch Privatpersonen geführt, so Barback. Man überlege sich jetzt zweimal, ob man wirklich unautorisiert schwimmen gehe oder einen Schluck trinke und dabei eine mehrjährige Haftstrafe riskiere.

Den Einwand, die Sonne strahle doch auch, wenn keiner das wolle, entlarvt Barback als Nebelkerze nazikommunistischer Verschwörungstheoretiker. Engagierte Sparsamkeit müsse eben auch bewiesen werden. Unter anderem durch eine sonnenlichtundurchlässige Maske aus schwarzem Gummi, welche von der WBO gegen eine gewisse Leihgebür zur Verfügung gestellt würde. Diese ist, im Vergleich zur Sonnenlichtnutzungsgebühr, recht niedrig angesetzt. „Wir wollen den Leuten auch einen Anreiz zum Sparen geben“ so die WBO-Chefin weiter.

Keinen Spaß versteht die freundliche Mittvierzigerin hingegen bei Leistungserschleichung. „Wer gewissenlos genug ist, unseren Sonnenlicht-Service zu nutzen, ohne den dafür angesetzten, vollkommen angemessenen Beitrag zu entrichten, muß damit rechnen, mit der entsprechenden Härte des Gesetzes konfrontiert zu werden.“ Dabei dürfte es sich, wie bei unberechtigter Wassernutzung, um mehrjährige Haftstrafen handeln. Ein entsprechendes Gesetz ist in Arbeit. Barbeck ist allerdings zuversichtlich: „Die meisten Menschen werden sicherlich einsichtig sein. Unsere Sonne ist ein hohes Gut, das es zu schützen gilt.“
Sorgen machen Überlegungen, daß Schurkenstaaten wie der Iran oder Nordkorea die von der Weltregierung in Zusammenarbeit mit der WBO vereinbarten Regelungen mißachten könnten. „Es kann nicht sein, daß Individuen für Leistungserschleichung bestraft werden, und ganze Staaten damit davonkommen“ kommentiert Barbeck. Allerdings könnte eine Sonderabteilung des Weltverteidigungsminsiterium dafür sorgen, uneinsichtige Staaten zur Räson zu bringen. „Die Atombombe wurde ja schließlich nicht umsonst erfunden. Das sollte uns unsere Zukunft wert sein“ lächelt Barbeck.

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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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