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Serbischer Realismus

Uroš Predić: Ikonograph und Historienmaler

Freitag, 15 Mai 2015 14:42 geschrieben von 
Uroš Predić's Kosovo Maiden. Uroš Predić's Kosovo Maiden. Quelle: en.wikipedia.org | Uroš Predić - http://zlj13051967.files.wordpress.com/2013/04/892297_499395663453524_1321103984_o.jpg

Berlin - Uroš Predić war einer der bedeutendsten serbischen Maler des 20. Jahrhunderts, neben Paja Jovanović und Đorđe Krstić  gilt er als Hauptvertreter der dortigen realistischen Strömung. Sein bekanntestes Werk ist das Monumentalgemälde „Kosovka devojka“ („Das Mädchen vom Amselfeld“), auch seine zahlreichen Porträts sind weithin beachtet worden.

Er wurde 1857 in Orlovat, einem Dorf in der Vojvodina, als Sohn eines orthodoxen Priesters geboren. Ab 1876 studierte er an der Wiener Kunstakademie. Sein wichtigster Lehrer war der Maler Christian Griepenkerl (1839-1916), der dort eine Professur innehatte und auch Paja Jovanović unterrichtete. 1880 schloß Predić sein Studium ab, blieb jedoch Griepenkerl weiterhin als Assistent verbunden; 1883-85 war er selbst als Dozent tätig. In dieser Zeit schuf er unter der Anleitung Griepenkerls und des Architekten Theophil von Hansen 13 mythologische Bilder für das Parlamentsgebäude in Wien, welche jedoch den Bombardements von 1944 zum Opfer fallen sollten.

1885 ging er zurück nach Orlovat, wo er sich der Darstellung von Szenen aus dem Dorfleben widmete. Die folgenden 10 Jahre war er an verschiedenen Orten tätig, darunter in Belgrad und Novi Sad. Einige der Werke dieser Zeit wie „Lustige Brüder“ (1887) oder „Ein Waisenkind am Grab seiner Mutter" (1888) gehören zu den bekanntesten Werken der serbischen Malerei. Die erste Ausstellung seiner Bilder fand 1888 in Belgrad statt, und 1889 gewann er einen Wettbewerb, welcher ihm ermöglichte, die Ikonostase einer neuen Großkirche in Novi Bečej zu übernehmen. Von 1889-94 entstanden so mehr als 60 Ikonen. Anschließend ging er bis 1909 wieder nach Orlovat, und darauf erneut nach Belgrad, wo er bis zum Ende des Lebens blieb. Er wurde 1909 Mitglied der Königlich Serbischen Akademie (heute: Serbische Akademie der Wissenschaften und Künste), hatte viele Ausstellungen in Serbien und außerhalb und 1919 wurde er einer der Gründer der Malergesellschaft in Belgrad. Dort starb er 1953, wurde aber anschließend in seinem Heimatort beigesetzt.

Predić gilt als größter serbischer Ikonograph der Moderne, etliche bedeutende kirchliche Werke sind ihm zu verdanken. Seinen zeitgenössischen Erfolg verdankte er überdies einem umfrangreichen Oeuvre an Porträts namhafter Persönlichkeiten. Dauerhaften Ruhm bescherten ihm jedoch vor allem seine historischen Ölgemälde, von denen „Das Mädchen vom Amselfeld“ (1919) wohl das bedeutendste ist, nicht zuletzt aufgrund seines Bezuges zu einem gleichnamigen Werk der serbischen epischen Dichtung und dem starken patriotischen Gehalt.

 

Quellen:

http://muddycolors.blogspot.de/2012/01/uros-predic-orlovat-1857-belgrade-1953.html
http://magic-blue.net/uros-predic/uros_predic_galerija.htm

Letzte Änderung am Freitag, 15 Mai 2015 14:47
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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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