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Transatlantisches Tränenkind

Claus Kleber zeigt Gefühle

Donnerstag, 13 August 2015 18:38 geschrieben von 
Claus Kleber Claus Kleber Quelle: de.wikipedia.org | Foto: Olaf Kosinsky | CC BY 3.0

Mainz - Claus Kleber hatte eine Geschichte zu erzählen. In einem Linienbus in Erlangen sollen 15 Asylbewerber mit ihren zwei Betreuerinnen gesessen haben. Der Busfahrer habe sie auf Englisch angesprochen: „Ich habe eine wichtige Nachricht für alle Menschen aus der ganzen Welt in diesem Bus. Ich möchte sie willkommen heißen. Willkommen in Deutschland, willkommen in meinem Land. Haben Sie einen schönen Tag." Dies übersetzte Claus Kleber, und dabei hatte er mit den Tränen zu kämpfen.

Rührend, sehr rührend. Ebenso rührend ist, daß der Moderator des Heute-Journals im ZDF im Jahr 2010 das Angebot, Chefredakteur des Wochenmagazins „Spiegel“ zu werden, abgelehnt hat, um beim ZDF zu bleiben, was der Sender ihm mit einer saftigen Gehaltserhöhung quittiert haben soll. Dem allgemeinen Gemunkel nach seien es damals schon über 400.000 Euro gewesen und heute 600.000.

Rührend ist natürlich auch, daß der bedingslose US-Gefolgsmann als Mitglied der Atlantikbrücke seinen lukrativen Posten als Honorarprofessor an der Universität Tübingen nutzt, um die geopolitischen Interessen der USA zu vermarkten. Etwa, wenn er zum Abschuß der Malaysian Air MH17 unkritisch die Bellingcat-Geschichte von gefälschten russischen Satellitenbildern und der angeblich lückenlosen (natürlich Rußland belastenden) Beweiskette wiederkäut. Oder, wenn er sich als Moderator im Interview mit dem Siemens-Chef Joe Kaeser wegen dessen Rußland-Geschäften zum staatlichen Großinquisitor aufschwingt. Fliege hoch, klebriger Claus!

Womit wir auch wieder bei den Asylbewerbern wären. Thomas Barnett gilt mit seinen beiden Büchern „The Pentagon‘s New Map“ und „Blueprint for Action“ als einer der führenden Geostrategen der USA. Dieser Thomas Barnett verlangte für Europa die Aufnahme von jährlich 1,5 Millionen Einwanderern aus der „Dritten Welt“. Ziel sei eine Mischbevölkerung mit einem durchschnittlichen IQ von 90: intelligent genug, um zu arbeiten und zu dumm, um sich zu wehren.

Sicher fordert er das jedoch nicht aus militärischen Erwägungen, sondern aus purer Humanität. Putin soll sich auch kürzlich dahingehend geäußert haben, daß die USA für die Masseneinwanderung nach Europa verantwortlich seien, auch wenn er dabei nicht einen Überfremdungsplan, sondern Nebenwirkungen von deren militärischem Eifer gemeint haben mag. Aber den Putin mag ja Claus Kleber nicht nur nicht besonders, sondern sogar besonders nicht. Trotzdem könnte es irgendwie sein, daß die USA am gegenwärtigen Zustrom ein Interesse haben könnten, oder? Claus scheint dies instinktiv zu spüren, und deshalb kann er, um seinem transatlantischen Meister zu gefallen, in dessen Interesse auf die Tränendrüse drücken. Es ist doch immer schön, wenn Gefühl und wirtschaftliche Erwägungen das Gleiche sagen.

 

Verweise:

http://www.berliner-kurier.de/promi---show/bewegende-fluechtlings-geschichte--claus-kleber-kaempft-im--heute-journal--mit-den-traenen,7169226,31455480.html
http://www.bild.de/unterhaltung/tv/claus-kleber/den-traenen-nahe-beim-heute-journal-42167406.bild.html
https://en.wikipedia.org/wiki/Thomas_P.M._Barnett
https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2015/putin-usa-sind-schuld-an-masseneinwanderung-nach-europa

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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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