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Der US-Präsident im CNN-Interview

Barack Obamas Wille des ukrainischen Volkes

Montag, 02 Februar 2015 20:03 geschrieben von 
US-Präsident Barack H. Obama US-Präsident Barack H. Obama Quelle: pixabay.org

Berlin - Zum Abschluß seines Besuchs in Neu-Delhi gab US-Präsident Barack Obama dem indischstämmigen Journalisten Fareed Zakaria ein Interview zu diversen vorrangig geopolitischen Fragen für seine wöchentliche Sendung „Fareed Zakaria GPS“ auf CNN.
In einem Rundumschlag äußerte er sich unter anderem über seine Beziehungen zu Saudi-Arabien, über Chinas Besorgnis bezüglich der verstärkten Beziehungen zwischen den USA und Indien, kritisierte China für seine Politik gegenüber Vietnam und den Philippinen hinsichtlich der Spratly-Inseln und sprach über das Verhältnis der USA zum Iran und zu Israel unter Benjamin Netanjahu.

Wirklichen Sprengstoff enthält das Gespräch allerdings im Zusammenhang mit der russisch-ukrainischen Krise. Ganz offen gibt er die US-amerikanische Einmischung in der Ukraine zu, im Interview heißt es: “Herr Putin traf die Entscheidung in Bezug auf die Krim in der Ukraine, nicht etwa aus einer großen Strategie heraus, sondern hauptsächlich, weil er von den Protesten des Maidan und der Flucht von Janukowitsch überrascht wurde, nachdem wir einen Deal zur Machtübertragung in der Ukraine ausgehandelt hatten.”

War bisher nicht seitens der USA und ihrer Verbündeten immer wieder das Mantra vom „Willen des ukrainischen Volkes auf Selbstbestimmung“ heruntergebetet worden? Natürlich konnte dies niemand glauben, der sich ein wenig mit geopolitischen Fragen der letzten Jahre und insbesondere mit US-beeinflußten „Farbrevolutionen“ beschäftigt hat, deren Akteure wie der Spekulant und „Philanthrop“ George Soros oder Staatssekretärin Victoria Nuland hatten sich diesbezüglich sehr eindeutig geäußert, überrascht indes doch die Unvermitteltheit, mit welcher die seitens des US-Präsidenten lange genutzte Sprachregelung plötzlich aufgegeben wird. Ein Fauxpas, Arroganz der Macht oder Berechnung?

Auch ein freimütiges Bekenntnis zu den Sanktionen gegen Rußland findet sich: „Wir sind in der Lage, immer höhere und höhere Kosten abzuverlangen, und genau das tun wir, in Verbindung mit diplomatischem Druck.“ Einen wirklichen militärischen Konflikt zwischen den USA und Rußland hält Barrack Obama nach eigener Aussage hingegen nicht für weise. Beruhigend.

 

Quellen:

http://cnnpressroom.blogs.cnn.com/2015/02/01/pres-obama-on-fareed-zakaria-gps-cnn-exclusive/
http://rt.com/op-edge/228379-obama-power-transition-ukraine/

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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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