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Peking unterstützt Merkels Friedensinitiative

Chinas Außenministerium für eine friedliche Lösung in der Ukraine

Montag, 09 Februar 2015 21:22 geschrieben von 
Hua Chunying Hua Chunying Quelle: fmprc.gov.cn

Peking - Ein interessanter Fundort für geopolitisch interessierte Zeitgenossen ist die Informationsseite des chinesischen Außenministeriums. Dieses hält regelmäßige Pressekonferenzen ab, auf welcher viele wichtige Fragen sehr unverblümt gestellt und wahlweise von Herrn Hong Lei oder Frau Hua Chunying sehr höflich, bisweilen direkt, bisweilen zurückhaltend, und natürlich immer im Sinne des Staates, beantwortet werden. Immer wiederkehrende Themen sind die Beziehungen zu den ASEAN-Staaten, Tibet, die Beziehungen der USA zu Nordkorea, in letzter Zeit auch regelmäßig der Konflikt in der Ukraine.
China hat sich diesbezüglich kontinuierlich für eine diplomatische Lösung ausgesprochen, so wurden die Gespräche in Minsk am 30. Januar unter anderem mit den Worten kommentiert, die chinesische Seite begrüße und unterstütze Bemühungen aller relevanten Parteien zur politischen Beilegung der ukrainischen Krise.

Die Gespräche zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem französischen Präsidenten Francois Hollande und Wladimir Putin wurden im Vorfeld in gleicher Weise gelobt. Wütende Beschimpfungen Merkels gab es hingegen von US-Senator John McCain, dem Vorsitzenden des Streitkräfte-Ausschusses: "Ich würde die Kanzlerin fragen: Wie viele Menschen müssen noch in der Ukraine sterben, bevor wir ihnen helfen, sich zu verteidigen? Weiß sie denn gar nicht, wo die Waffen für die Separatisten und die Truppen herkommen? Will sie einfach nur zuschauen, wie ein Land in Europa zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg zerstückelt wird?"

Damit hatte er sich klar gegen die Position Angela Merkels gestellt, welche im Gegensatz zu den USA und Großbritannien Waffenlieferungen an die Ukraine und somit eine weitere Eskalation des Konfliktes entschieden ablehnt. Unterstützung bekam die Kanzlerin hingegen aus Peking, so erklärte Hua Chunying: „Es ist seit langem Chinas Position, daß die ukrainische Krise politisch gelöst werden sollte, was für alle Seiten vorteilhaft wäre. Derzeit ist das, was die Menschen in der Ostukraine zwingender brauchen eher Frieden als Waffen.“

 

Quellen:

http://www.fmprc.gov.cn/mfa_eng/xwfw_665399/s2510_665401/2511_665403/t1235819.shtml
http://www.fmprc.gov.cn/mfa_eng/xwfw_665399/s2510_665401/2511_665403/t1235224.shtml
http://foreignaffairs.co.nz/2015/01/31/foreign-ministry-spokesperson-hua-chunyings-regular-press-conference-on-january-30-2015
http://www.fmprc.gov.cn/mfa_eng/xwfw_665399/s2510_665401/t1231943.shtml

Letzte Änderung am Montag, 09 Februar 2015 21:28
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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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