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Kein Festumzug mit Asylbewerbern?

Die erste Stadt in NRW sagt den Karneval ab

Freitag, 15 Januar 2016 23:31 geschrieben von 
Kölner Rosenmontagszug Kölner Rosenmontagszug Quelle: de.wikipedia.org | Dickbauch | CC BY-SA 3.0

Rheinberg - Als erste Stadt in Nordrhein-Westfalen hat Rheinberg im Kreis Wesel den diesjährigen Karnevalsumzug abgesagt. Hintergrund waren Sicherheitsbedenken, die aufgrund der Geschehnisse der Kölner Silvesternacht aufgetaucht waren. Dort hatten etwa 1000 Männer vorrangig arabischer und nordafrikanischer Herkunft Frauen belästigt, es soll auch zu tatsächlichen Vergewaltigungen gekommen sein. Bislang sind rund 650 Strafanzeigen eingegangen.

Rheinberg befürchtet nun ähnliche Vorkommnisse. „Die Zeit bis Rosenmontag reicht nicht mehr, um die von der Stadt geforderten Sicherheitsauflagen zu erfüllen. Deshalb haben wir uns schweren Herzens entschieden, den Zug abzusagen“, so der Präsident des ausrichtenden Karnevalsclubs 1. OKK 99, Paul van Holt, gegenüber der Rheinischen Post. Im rheinbergischen Stadtteil Orsoy befindet sich ebenfalls eine Sammelunterkunft, in welcher mehrere Hundert Asylbewerber leben, welche möglicherweise den Karneval besuchen und dort, ähnlich wie in Köln, südländische Lebensfreude verbreiten könnten. Anscheinend haben die Narren doch einen sehr beschränkten und spießig-deutschen Sinn für Humor und feiern lieber nicht als mit Fremden.
In Köln selbst sind für dieses Jahr bislang keine Erhöhungen der Sicherheitsvorkehrungen geplant, allerdings forderte der Innenexperte der Union im Bundestag eine Verstärkung des die Umzüge begleitenden Polizeischutzes. Einem Sprecher des Innenministeriums von NRW zufolge soll dies auch der Fall sein - „wegen der Terrorgefahr“, so die Rheinische Post.
Zumindest zeigt sich: der Karneval ist nicht mehr unantastbar. Was in Rheinberg beginnt, ist prinzipiell auch andernorts denkbar. Vielleicht zieht ja Düsseldorf nach. Und dann Köln. Denkbar wäre es doch. Und was dann, wenn tatsächlich überall der Karneval abgesagt wird? Die letzte Hoffnung hier bleibt der Christopher Street Day, der aus Gründen der politischen Korrektheit vermutlich stattzufinden hat. Es bleibt in jedem Fall zu hoffen, daß sich auch zahlreiche Flychtlinge an ebendieser Demonstration beteiligen und uns somit zu Vorbildern in Sachen Toleranz und Weltoffenheit werden können.


Verweise:
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/rheinberg/karnevalsclub-in-rheinberg-sagt-umzug-ab-aid-1.5691528
http://www.focus.de/regional/wesel/nach-uebergriffen-in-koeln-erste-stadt-in-nrw-sagt-karnevalsumzug-ab_id_5211504.html?fbc=fb-shares

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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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