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Infrastruktur für Fernost

Die Wiedergeburt der Seidenstraße

Freitag, 03 April 2015 13:43 geschrieben von 
"Das Kernstück der Seidenstraße im Mittelater" "Das Kernstück der Seidenstraße im Mittelater" Quelle: de.wikipedia.org | CC BY-SA 3.0

Berlin - Im Mai werden sich die Staatsoberhäupter von China und Russland in Moskau treffen, um eine Verbindung des von Russland ausgehenden Integrationsprojektes der „Eurasischen Wirtschaftsunion“ mit dem ambitionierten Vorhaben Chinas einer zeitgemäßen Neuauflage der Seidenstraße als Verkehrsweg zwischen Europa und Asien zu diskutieren.

„Wir sind in einer sehr ernsthaften Phase der Entscheidungsfindung. Ich werde es nicht bekanntgeben, da die Entscheidung bald der Öffentlichkeit verkündet wird. Wir sehen nun die Möglichkeit, die größten Integrationsinitiativen in Eurasien, namentlich den Eurasischen Integrationsprozeß und Chinas Initiativen für den Wirtschaftsgürtel Seidenstraße zu vereinen“ sagte Andrej Slepnow, Handelsminister der Eurasischen Wirtschaftskommission am Montag. „Wir haben alle diesbezüglichen Versicherungen von unseren chinesischen Partnern auf hoher Ebene erhalten.“

Der Eurasischen Wirtschaftsunion gehören derzeit Russland, Weißrussland, Armenien und Kasachstan an. Kirgisistan soll am 1.Mai offizielles Mitglied werden. Das chinesische Projekt einer Wiedergeburt der Seidenstraße sieht einen Korridor für Handel, Transport und Energieversorgung zwischen Europa und Asien vor. Kernstück russischer Infrastrukturpläne sollen eine Schnellstraße und eine Hochgeschwindigkeitsbahn zwischen Moskau und Peking sein. Bisher lediglich auf dem Papier existent, könnte die Zugverbindung die Reise auf dem Landweg zwischen den Hauptstädten Russlands und Chinas in lediglich 48 Stunden ermöglichen.

Um diesem Ziel näher zu kommen, haben die Chinesen auch die Mongolei ins Boot geholt. Am Donnerstag trafen sich der chinesische Außenminister Wang Yi und sein mongolischer Amtskollege Lundeg Purevsuren. „Die Einrichtung eines trilateralen ökonomischen Korridors ist einer der Kernpunkte der chinesischen Initiative für den „Wirtschaftsgürtel Seidenstraße“, so Wang Yi. „Es gibt ein großes existentes Gebiet der Zusammenarbeit zwischen China, Russland und der Mongolei. Die Konstruktion des ökonomischen Korridors China-Mongolei-Rußland würde Chinas „Wirtschaftsgürtel Seidenstraße" mit Rußlands transkontinentalem Eisenbahnplan und dem mongolischen Programm „Steppenstraße" verbinden" ließ das chinesische Außenministerium verlauten. Vorgeschlagen hatte Chinas Präsident Xi Jinping das Projekt einer Neuauflage der Seidenstraße bereits 2014, als er sich am Rand des 14. Gipfeltreffens der Shanghai Organisation für Zusammenarbeit mit Wladimir Putin und dem mongolischen Präsidenten Tsakhiagiin Elbegdorj unterhielt. Ein vergleichbares Infrastrukturprojekt verhandelt China derzeit auch mit Indien, Myanmar und Bangladesch, desweiteren gibt es eine bilaterale Initiative mit Pakistan.

 

Quellen:

http://tass.ru/en/economy/786634
http://tass.ru/en/economy/785864
http://rt.com/business/246281-china-russia-mongolia-corridor

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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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