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Hans-Christof Graf von Sponeck

Ein Diplomat für den Frieden

Sonntag, 04 Januar 2015 17:57 geschrieben von 
Hans-Christof von Sponeck Hans-Christof von Sponeck Quelle: de.wikipedia.org | Foto: en:User:Antidotto

Berlin - Hans-Christof Graf von Sponeck, geboren 1939, machte sich als Friedensaktivist und UN-Diplomat einen Namen. Sein Vater, Generalleutnant Hans von Sponeck, war unter den in der Folge des 20. Juli 1944 hingerichteten Vertretern des konservativen Widerstands gegen die NS-Herrschaft, er selbst gehörte 1957 zu den ersten Wehrdienstverweigerern der Bundesrepublik Deutschland. Ab 1968 war er Diplomat bei den Vereinten Nationen, trat jedoch im Jahr 2000 aus Protest gegen die vom UN-Sicherheitsrat gegen den Irak verhängten Sanktionen von seinem Posten als Beigeordneter Generalsekretär zurück, denn diese Sanktionen sah er als Ursache für den Tod hunderttausender irakischer Kinder.

Gegenwärtig ist er u.a. Mitglied der 2007 vom ehemaligen malayischen Premier Dr. Mahathir als Alternative zum Internationalen Gerichtshof in Den Haag ins Leben gerufenen „Kuala Lumpur War Crimes Commission“. In einem zum Neujahrstag veröffentlichten Interview stellte er sich einigen Fragen der Schweizer Journalistin Silvia Cattori zum CIA-Folterreport des US-Senats. Während er begrüßt, daß die lange bekannten Folterpraktiken des CIA nun offiziell benannt werden, weist er jedoch darauf hin, daß sich daraus nun auch rechtliche Schritte ergeben müßten, um die Menschenrechtsverletzungen seitens des US-Geheimdienstes ahnden zu können.

Von Sponeck erwähnt seine eigenen Gespräche mit Folteropfern, welche er in seiner Funktion als Mitglied der Kuala Lumpur War Crimes Com­mission führte. Durch den jüngsten Report bekanntgewordene grausame Details vervollständigten lediglich das Bild, der Neuigkeitswert liege im offiziellen Eingeständnis dieser Geschehnisse durch den US-Kongress und der sich daraus für die US-Autoritäten ergebenden Strafverfolgungspflicht.

Die Tatsache, daß weder der Senat, noch das Abgeordnetenhaus, noch die Regierung Obama sich bisher zu weiteren Schritten geäußert haben, führe jedoch weltweit zu großer Besorgnis. „Es kann nicht sein, daß jenes Land, welches sich selbst an vorderster Front der Verteidigung der Menschenrechte und Gerechtigkeit sieht, nun ein weiteres dramatisches Beispiel für einen schwerwiegenden Doppelstandard in der Gesetzesanwendung liefert“, so von Sponeck.

Letzte Änderung am Sonntag, 04 Januar 2015 18:04
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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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