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Der Iran rüstet russisch nach

Flugabwehrraketen für Teheran

Donnerstag, 26 November 2015 18:04 geschrieben von 
Das S-300 Flugabwehrraketensystem Das S-300 Flugabwehrraketensystem Quelle: en.wikipedia.org | Kremlin.ru | CC BY 4.0

Moskau - Am 9. November hatte Rußland bereits die Unterzeichnung des Vertrages über die Lieferung der S-300 Flugabwehrraketensysteme an den Iran bekanntgegeben. Allerdings sei der Iran daran interessiert, sämtliche Arten russischer Waffen zu erstehen, wie nun die russische Seite verlautbaren ließen.
Vladimir Kozhin, Präsidentenberater für militärisch-technische Zusammenarbeit, äußerte sich am Mittwoch diesbezüglich gegenüber der TASS: „Die iranische Seite ist an militärisch-technischer Zusammenarbeit sehr interessiert. Bislang haben wir einen Vertrag unterzeichnet, der angekündigt wurde (über die Lieferung des S-300 Systems). Sie interessieren sich für das ganze Spektrum unserer Waffen, denn sie haben eine große Armee, doch wegen der Sanktionen hatten sie seit langem keine Aktualisierung: in der Luftwaffe, Marine und bei den Bodentruppen.“

Am Montag hatte die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Verweis auf Aussagen des iranischen Botschafters in Rußland geschrieben, daß Rußland bereits mit der Lieferung der Systeme in den Iran begonnen habe. Anfang November bereits hatte der iranische Verteidigungsminister, Brigadegeneral Hossein Dehghan, erklärt, Iran würde die S-300 bis Ende März 2016 erhalten haben, die „besseren Teile“ in den nächsten zwei Monaten. „Der Iran hat soviele S-300 Flugabwehrraketensysteme gekauft, wie er braucht“, so Dehghan. Zudem würde das iranische Militär derzeit in Rußland im Gebrauch der Waffensysteme ausgebildet werden.
Im Jahr 2007 bereits hatte der Iran mit Rußland einen Vertrag über die Lieferung von fünf Battalionen des Sytems S-300PMU-1 unterzeichnet, jedoch hatte Dimitrij Medwedew 2010 die Lieferung wegen der unter dem Vorwand des iranischen Nuklearprogramms verhängten Sanktionen untersagt. Der Vertrag wurde annuliert und Rußland zahlte dem Iran die vorausgezahlte Summe zurück, worauf der Iran 2011 eine Klage über fast vier Milliarden Dollar wegen Nichterfüllung des Vertrags beim Schiedsgericht in Genf einreichte.
Im April dieses Jahres allerdings hob Wladimir Putin das Verbot der Lieferung der S-300 nach Teheran auf. Die Flugabwehrraketenkomplexe S-300 wurden bereits in den 70er Jahren in der Sowjetunion entwickelt und seither ständig aktualisiert. Für den aktuellen Zweck der Lieferung an den Iran findet ebenfalls eine erneute Modernisierung statt. Der staatlich geleitete Konzern „Russian Technologies“ gab zudem an, der Iran würde seine Klage in Genf zurückziehen, sobald der erste Teil des Vertrags erfüllt sei.

Verweise:
http://tass.ru/en/defense/839282
http://www.presstv.ir/Detail/2015/11/09/436896/Iran-Russia-S300-Sergei-Chemezov
http://sputniknews.com/military/20151027/1029160581/russia-modernizing-s300-missile-system-iran.html
http://www.defensenews.com/story/defense-news/2015/11/09/russia-agrees-deliver-s-300-missile-systems-iran/75453424

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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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