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Während des Obama-Besuches

Gebrüder Castro ehren Maduro mit Kubas höchster Auszeichnung

Dienstag, 29 März 2016 20:53 geschrieben von 

Havanna - Während des Besuchs von US-Präsident Barack Obama und seinen Delegierten nach Kuba kaum bemerkt, traf der ehemalige kubanische Präsident Fidel Castro den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und verlieh ihm den José-Martí-Preis, Kubas höchste Auszeichnung. Eine Botschaft des Revolutionsführers, gerichtet an Washington und an Caracas?
Maduro kam am Sonnabend in der kubanischen Hauptstadt Havanna an, einen Tag vor dem historischen Besuch von US-Präsident Barack Obama, US-Staatssekretär John Kerry, US-Kongressabgeordneten und anderen hochrangigen Vertreter der Politik und Wirtschaft.

Maduro besuchte Kuba für eine Reihe wichtiger Gespräche über die bilaterale Zusammenarbeit in den kommenden 14 Jahren, im Rahmen des Jahreskooperationsplan 2016, der bis 2030 geplant ist.
Venezuelas Außenministerin Delcy Rodríguez kommentierte von Havanna aus und sagte: "Wir waren in der Lage, die Grundlagen für die unmittelbare Gestaltung konkreter Projekte zu legen, die den Menschen in Kuba und Venezuela in verschiedenen Bereichen zugute kommen wird".
Das Treffen konzentrierte sich auf die Petrocaribe Wirtschaftszone, städtische und ländliche Entwicklung, das bilaterale kubanisch-venezolanische Programm für öffentliche Gesundheit, das tausende von kubanischen Ärzten in ganz Venezuela einsetzt, und vieles mehr.
Der kubanische Präsident Raúl Castro, Bruder des legendären kubanischen Revolutionsführers und Ex-Präsidenten Fidel Castro, verlieh Maduro den José-Martí-Preis.
Raúl ehrte Maduro mit der höchsten kubanischen Auszeichnung in seiner offiziellen Funktion als Präsident, und vielleicht am wichtigsten: unmittelbar vor Maduros Besuch bei Fidel. Maduro wurde folgendermaßen zitiert: "Ich habe diese Auszeichnung akzeptiert, obwohl ich es noch nicht verdiene. Ich nehme es als eine Verpflichtung an... zurm Kuba von Fidel und zum Venezuela von Chávez".
Man kann viel über Fidel sagen, doch er engagiert sich heute noch für die globale nukleare Abrüstung und den Frieden. Der Senior-Staatsmann Fidel ist nicht mehr so rüstig wie er es in seiner Jugend war, aber er ist auf jeden Fall so schlau und geschickt wie immer, besonders, was das Senden diplomatischer "Botschaften" betrifft.
Angesichts der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela ist es bemerkenswert, dass Venezuela einer der Mittler für die erfolgreichen Friedensgespräche zwischen den "Revolutionären Streitkräften Kolumbiens - Volksarmee" (FARC-EP) und der kolumbianischen Regierung ist.

Es ist auch bemerkenswert, dass der US-Außenminister John Kerry an einem Friedenstreffen zwischen Kongressteilnehmern der kolumbianischen Regierung und der FARC-EP in Kuba teilnahm – am Rande des Obama-Besuchs. Diese Besprechungen wurden vom US State Department, der kolumbianischen Regierung und der FARC-EP sehr positiv beschrieben. Raúl und Fidel verliehen dem venezolanischen Präsident Maduro Kubas höchste Ehren und sandten eine Botschaft, die wahrscheinlich sowohl an Washington wie auch an Caracas gerichtet war.

Frei übersetzt nach einem Artikel bei nsnbc:
http://nsnbc.me/2016/03/23/raul-awards-venezuelas-maduro-with-cubas-highest-honor-before-a-meeting-with-fidel

Letzte Änderung am Dienstag, 29 März 2016 20:59
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Felix Alemán

Felix Alemán (Jahrgang 1985), Deutsch-Spanier, wurde in Berlin geboren und wuchs in Spanien auf.

Nach dem Abitur schloß er eine kaufmännische Ausbildung in der Fachrichtung Fremdsprachen ab. Seit 2005 wohnt er wieder in Berlin. Seine Interessengebiete beinhalten Sprachen, Filme und Politik. Er schreibt Filmkritiken für einen spanischen Blog.

Für COLPORTAGE befaßt er sich u.a. mit geopolitischen Themen mit dem Schwerpunkt Spanien und Lateinamerika.

Webseite: www.colportage.de

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