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Internationaler Tag der Pressefreiheit

Israels Armee geht in Bethlehem gegen Journalisten vor

Sonntag, 03 Mai 2015 21:57 geschrieben von 
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Jerusalem - Seit 1994 wird jedes Jahr zum 3. Mai der ursprünglich von der UNESCO initiierte und von der UN-Generalversammlug ausgerufene „Internationale Tag der Pressefreiheit“ (World Press Freedom Day) veranstaltet. Verschiedene Organisationen wie „Reporter ohne Grenzen“ nutzen diesen seither, um auf Verletzungen der Pressefreiheit weltweit aufmerksam zu machen.

Dieses Jahr haben nach Angaben des „Palestinian Journalist Syndicate“ (PJS), einer 1976 gegründeten Vereinigung arabischer Journalisten mit Hauptsitz in Jerusalem, zahlreiche palästinensische Journalisten den Sonnabend, den 2. Mai, eine Demonstration in Bethlehem veranstaltet, um im Vorfeld gegen die repressiven Maßnahmen der israelischen Regierung gegen Palästinenser und Einschränkungen der Pressefreiheit zu protestieren. Gefordert worden sei ein Ende jeglicher Verletzungen und Verbrechen gegen die Medien und Journalisten sowie das palästinensische Volk. Je nach Quelle sollen sich derzeit 14-16 palästinensische Journalisten in israelischer Haft befinden.

Die israelische Armee habe Berichten zufolge mit unangemessener Gewalt reagiert, es sei zum Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen gekommen. Dabei seien mindestens zwei Journalisten verletzt worden, bei diesen handele es sich um Abdul-Nasser Nadschar, den Vorsitzenden des PJS, sowie ein Mitglied von dessen Generalversammlung. Beide haben Verletzungen an ihren Beinen durch israelische Schockgranaten erlitten.

Gegenüber Radio Bethlehem 2000 habe der PJS-Vorsitzende Nadschar erklärt, durch den Angriff auf Journalisten, welche den Internationalen Tag der Pressefreiheit feierten, habe Israel erneut der ganzen Welt gezeigt, daß es systematisch eine Politik durchführe, welche die Medien, die seine täglichen Verbrechen und Verstöße offenlegten, zum Schweigen bringen soll. „Trotz aller Gesetzesverstöße und Verbrechen haben wir die Pflicht und moralische Verantwortung, alle Gesetzesverstöße und Verbrechen aufzudecken. Wir werden sicherstellen, daß die umfassende Akte über israelische Vergehen alle relevanten internationalen und gesetzlichen Organisationen erreicht“, so Nadschar. Eine offizielle Stellungnahme des Staates Israel ist uns bislang nicht bekannt.

 

Quellen:

http://www.pjs.ps/en
http://www.imemc.org/article/71440
http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940213000370
http://english.irib.ir/news/world/west-asia/item/208872-palestinian-journalists-rally-to-mark-world-press-freedom-day

Letzte Änderung am Sonntag, 03 Mai 2015 22:05
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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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