Freigegeben in Politik

Keine Antworten auf die Fragen der Angehörigen

Malaysia Airlines Flug 370

Freitag, 20 Februar 2015 22:26 geschrieben von 
Malaysia Airlines Boeing 777-200ER Malaysia Airlines Boeing 777-200ER Quelle: de.wikipedia.org | Foto: Laurent ERRERA from L'Union, France | CC BY-SA 2.0

Kuala Lumpur - die Angehörigen einiger der chinesischen Passagiere, welche zusammen mit dem verschollenen Flugzeug MH 370 verschwunden waren, haben ihre Unzufriedenheit mit den erhaltenen Antworten auf die Fragen, welche sie an Malaysia Airlines (MAS) sowie den Flugzeughersteller Boeing stellten, ausgedrückt.

Die Angehörigen hatten am 12. Februar einen Brief an MAS und Boeing gesandt, in welchem sie um Klarstellung bezüglich der Tragödie, den Untersuchungsprozeß und das Ergebnis der Nachforschungen baten. Auch drückten sie darin ihren Unglauben bezüglich der Erklärung der Abteilung für zivile Luftfahrt (DCA), das Verschwinden des Flugzeugs sei ein Unfall gewesen, aus. „Wir möchten unsere größte Empörung hinsichtlich der Nachforschungsarbeit und der spirituellen Bewältigungsarbeit des letzten Jahres ausdrücken und unsere tiefste Enttäuschung über die grundlose Erklärung, welche das DCA am 29. Januar veröffentlicht hat.“

Die nun von MAS erhaltene Antwort beschrieben sie als nicht wahrheitsgemäß, verzerrt und außerhalb des Bereichs der von ihnen gestellten Fragen. „Wir wollen eine technische Erklärung bezogen auf die Erklärung der Abteilung für zivile Luftfahrt vom 29. Januar, daß MH370 ein Unfall gewesen sei. Wir wollen auch über den Prozeß der Untersuchung Bescheid wissen, einschließlich einer detaillierten Lösung und dem beteiligten Personal. Wie auch immer, die Antworten sind weiterhin unklar“ zitiert die Online-Ausgabe der malayischen New Straits Times den 41-jährigen Jiang Hui, dessen 70-jährige Mutter Jiang Cui Yui sich an Bord des Flugzeugs befunden hatte.

Die Angehörigen haben diesbezüglich eine Pressekonferenz in einem Hotel in Kuala Lumpur abgehalten. Sie waren ohne den Kauf eines Rückflugtickets nach Malaysia geflogen, um von der Regierung Informationen über das verschwundene Flugzeug zu erhalten, drückten jedoch ihre Verärgerung darüber aus, in dieser Sache bisher nichts erreicht zu haben.

Das Flugzeug war am 8. März 2014 um 1:22 Uhr Ortszeit auf dem Linienflug von Kuala Lumpur nach Peking aus der Überwachung der Flugverkehrskontrolle des Subang Airports Kuala Lumpur verschwunden. Am 29. Januar, 327 Tage nach dem rätselhaften Verschwinden, hatte Malaysia das Geschehen in einer Erklärung als Unfall bezeichnet. Die 239 Passiere, unter ihnen etwa zwei Drittel Chinesen, gelten offiziell als tot.

 

Quellen:

http://www.thesundaily.my/news/1334743
http://www.nst.com.my/node/73448
http://www.theguardian.com/world/2015/jan/29/mh370-malaysia-officially-ends-search-for-missing-plane

Letzte Änderung am Freitag, 20 Februar 2015 22:36
Artikel bewerten
(6 Stimmen)
Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

Redaktion