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Informationskrieg um russischen Einsatz Syrien

Präventives Sterben von Zivilisten vor Luftangriffen

Donnerstag, 01 Oktober 2015 18:38 geschrieben von 
Syrien Syrien

Moskau - Die Wahrheit war bereits gestorben, lange bevor Russland am Mittwoch begann, auf Bitte der syrischen Regierung Luftangriffe gegen den „Islamischen Staat“ in Syrien zu fliegen.

 

So zitierte die regierungsnahe russische Netzseite Sputnik News Russlands Präsidenten Wladimir Putin, der sich am 1.10. in Moskau wie folgt äußerte: "Die ersten Informationen über zivile Opfer waren erschienen, noch bevor unsere Flugzeuge in den Himmel stiegen“. Allerdings sei Russland „auf solche Informationsattacken gefaßt“. Und weiter: „Das bedeutet jedoch nicht, daß wir derartige Informationen völlig ignorieren sollen.“

Hintergrund waren in westlichen Medien zitierte „Berichte“ der „moderaten Opposition“, nach welcher bei russischen Luftangriffen in der Provinz Homs mehrere Zivilisten ums Leben gekommen sein sollen. Khaled Khoja, Leiter der von der Türkei aus agierenden „Syrischen Nationalen Koalition“ sprach von 36 zivilen Toten. Waren die Zivilisten vielleicht in Erwartung der kommenden Angriffe präventiv gestorben? Selbst das sicher nicht rußlandfreundliche Pentagon wollte diese Vorwürfe allerdings nicht bestätigen.

Eine weitere Organisation der „moderaten Opposition“, welche derartige Behauptungen verbreitete und immer wieder in westlichen Medien als Quelle genutzt wird, trägt den harmlos klingenden Namen „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ und war von Anbeginn für Propaganda im Dienste der „Freien Syrischen Armee“ zuständig, welche im Wesentlichen der Moslembruderschaft nahesteht und sich auch lediglich in der Sicht der antisyrischen Medienwelt wesentlich vom „Islamischen Staat“ unterscheidet - große Teile der IS-Kämpfer gehörten zuvor der „moderaten“ FSA an. Auch die Nutzung von Sarin-Faßbomben soll diese „Menschenrechtsbeobachtungsstelle“, laut Veterans Today, Russland vorgeworfen haben - der Informationskrieg ist in vollem Gange.
Nach dem zwar insbesondere durch die US-Interventionen der letzten Jahre stark beschädigten, aber immer noch weithin anerkannten Völkerrecht, sind Militäreinsätze in fremden Staaten dann zulässig, wenn sie vom UN-Sicherheitsrat beschlossen wurden oder auf Wunsch der dortigen Regierung erfolgen. Die USA und ihre Verbündeten bombardieren Syrien bereits seit September 2014, ohne jedoch von der syrischen Regierung darum ersucht worden zu sein.

 

Verweise:

http://de.sputniknews.com/politik/20151001/304637207/putin-syrien-angriffe-zivilisten-opfer.html#ixzz3nJogXiQB
http://www.syriahr.com/en/2015/10/russian-warplanes-kill-30-civilians-in-homs-including-women-and-children
http://www.veteranstoday.com/2015/09/30/israel-lies-debunked-russia-releases-combat-video-of-isis-strikes
http://de.sputniknews.com/militar/20150930/304622630/pentagon-russland-angriffe-opfer-keine-bestaetigung.html

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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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