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Offensive der Syrischen Armee gegen den IS

Rückeroberung Palmyras anvisiert

Dienstag, 26 Mai 2015 13:35 geschrieben von 
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Damaskus - Am Mittwoch, dem 20.5., hatte der „Islamische Staat des Irak und der Levante“ (ISIL) die durch ihre altrömischen Ruinen berühmte Stadt Palmyra (arabisch „Tadmur“) in der syrischen Provinz Homs eingenommen. Nach Angaben des syrischen Staatsfernsehens soll die Gruppe seither etwa 400 Zivilisten, darunter mehrheitlich Frauen und Kinder, getötet haben, zudem sollen zahllose Zivilisten zu unbekannten Zielen verschleppt worden sein. Anderen Darstellungen, etwa dem Syrien feindlichen, in Katar ansässigen Sender Al Jazeera zufolge, soll es sich bei den Toten hauptsächlich um Angehörige der syrischen Armee und staatstreuer Milizen handeln.

Der syrische Premierminisiter Wael al-Halqi hatte das Massaker in Palmyra verurteilt und scharfe Kritik an Saudi-Arabien, Katar und der Türkei geübt, welche an solchen Morden schuld seien. Tatsächlich sind diese Staaten Hauptunterstützer der sunnitischen Extremisten, welche mit ihnen das Ziel eines Sturzes der Regierung Bashar al-Assads teilen.

Nun hat die Syrische Arabische Armee (SAA) am Montag in der Gegend um Palmyra Truppen zusammengezogen und eine Gegenoffensive gestartet. „Die Luftwaffe hat über 160 Ziele von Daesh (ISIL) angegriffen, dabei Terroristen getötet und verwundet und Waffen und mit Maschinengewehren ausgerüstete Fahrzeuge zerstört“ zitiert der staatliche iranische Nachrichtensender PressTV am Montag eine ungenannte Quelle aus dem syrischen Militär.

Das Ziel der Offensive ist die Rückeroberung Palmyras und seines 3000 Jahre alten Kulturerbes aus den Händen des IS; nach offiziellen syrischen Angaben vom Montag sollen über 50 IS-Kämpfer getötet worden sein.

Am Sonntag soll sich auch Hassan Nasrallah, der Führer der libanesischen Hisbollah, welche die SAA seit 2013 offiziell unterstützt, erneut zur Lage in Syrien geäußert haben. Während einer Zeremonie zum 15. Jahrestags des israelischen Rückzugs aus dem südlichen Libanon bezeichnete er die extremistischen Gruppen als eine „bislang beispiellose Gefahr“ für die Region und als „existentielle Bedrohung“ für alle, welche mit deren Ideologie nicht einverstanden sind. Er schwor eine Ausweitung der Beteiligung der Hisbollah an den Kämpfen in Syrien auf der Seite der Regierungstruppen.

 

Quellen:

http://www.presstv.ir/Detail/2015/05/25/412836/battleforPalmyra-isil-syria
http://news.nationalpost.com/news/world/taking-back-palmyra-syrian-army-launching-attack-to-rid-ancient-roman-city-of-isil-fighters
http://www.haaretz.com/news/middle-east/middle-east-updates/1.657881
http://www.aljazeera.com/news/2015/05/killed-palmyra-isil-takeover-150524154347733.html

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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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