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Christina de Kirchner zu Gast bei Wladimir Putin

Strategische Partnerschaft zwischen Russland und Argentinien

Donnerstag, 23 April 2015 19:10 geschrieben von 
Cristina Fernández de Kirchner Cristina Fernández de Kirchner Quelle: de.wikipedia.org | Foto: Presidencia de la Nación Argentina | CC BY 2.0

Moskau - Argentiniens Präsidentin Christina Fernández de Kirchner wird von ihrem Besuch bei Wladimir Putin nicht mit leeren Händen zurückkehren müssen. Die beiden Staatschefs haben sich auf eine strategische Partnerschaft mit einem umfangreichen Maßnahmenkatalog einigen können. Putins Berater Juri Uschakow zufolge bringe dies die Beziehungen beider Staaten auf eine neue Ebene. Derzeit ist Argentinien Rußlands viertwichtigster Handelspartner in Lateinamerika.

Erwartet wurde die Unterzeichnung von etwa 20 Dokumenten zur Zusammenarbeit in verschiedensten Bereichen, darunter eines Abkommens zwischen den Verteidigungsministerien Rußlands und Argentiniens über bilaterale militärische Zusammenarbeit, eines Regierungsabkommens über die Zusammenarbeit im Bereich Umweltschutz sowie eines über die Kooperation im Kampf gegen illegalen Rauschgifthandel. Ebenfalls abgedeckt sein sollen die Themen Kultur, Landwirtschaft, Industrie, Energie, Raumforschung, Bankenwesen und Investitionen.

Auch eine Beteiligung des staatlichen russischen Konzerns Rosatom beim Bau von Atomkraftwerken in Rußland ist anvisiert, ebenso eine Zusammenarbeit von Gazprom und Argentiniens nationaler Körperschaft für Öl- und Gasvorkommen bei der Gewinnung fossiler Energieträger.

Weltpolitische Themen gehören ebenfalls zum Programm. Uschakow erklärte im Vorfeld: „Die Ansätze unserer beiden Länder bezüglich der Mehrheit der globalen Probleme sind sich nah oder ähnlich.“ Weiterhin hieß es: „Argentinien war unter den Mitautoren der Resolution, welche dem 70sten Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs gewidmet ist. Sie fordert, die Nutzung von Doppelstandards bei der Lösung internationaler Probleme aufzugeben und nicht einseitige Maßnahmen von Sanktionsdruck zu unterstützen.“ Beide Staaten vertreten die Idee einer multipolaren Weltordnung, im Gegenzug kann Argentinien sich zudem auf die russische Unterstützung seiner Position im weiterhin ungelösten Disput mit Großbritannien um die Malwinen („Falkland-Inseln“) freuen.

 

Quellen:

http://tass.ru/en/russia/791164
http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/vladimir-putin/11556696/Cristina-Kirchner-and-Vladimir-Putin-cuddle-up-over-oil-and-bitter-feelings-for-Britain.html

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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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