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Reaktion auf Obamas Dekret

Venezuela beruft höchsten Diplomaten aus den USA ab

Sonntag, 13 März 2016 13:51 geschrieben von 

Caracas - Nachdem Barack Obama am vergangenen 3. März das feindselige Dekret gegen Venezuela um ein Jahr verlängerte (Colportage berichtete), beschloss am Mittwoch der venezolanische Präsident Nicolás Maduro, den Geschäftsführer seiner Botschaft in den USA abzuziehen.

Maximiliano Arbeláez hatte seit 17 Monaten in der venezolanischen Botschaft in Washington den höchsten diplomatischen Posten bekleidet und diente als amtierender Botschafter.
"Schluss mit der Arroganz, den doppelten Standards und Intrigen“ sagte Maduro, zitiert von der Agentur AP, und meinte weiter: "Wenn sie mit uns nichts zu tun haben wollen, wozu dann dort einen Botschafter haben?"
Der Präsident machte die Ankündigung während einer Massendemonstration, die das Ziel hatte, gegen das verlängerte Dekret zu protestieren. Dieses Dekret ermöglicht der US-Regierung, Sanktionen gegen Venezuela zu verhängen.
Die Verlängerung der umstrittenen Maßnahme "ist ein großer Fehler von Obama. Er hat genug Gelegenheiten gehabt, diesen Fehler zu korrigieren. Aber die Arroganz der US ist größer", sagte Maduro.

Maduro erklärte am Mittwoch, dass er bis vor eine Woche gehofft hatte, dass der US-Präsident im Rahmen einer Geste des guten Willens mit Venezuela, die einseitige Sanktionen gegen das südamerikanische Land aufheben würde.
Obwohl er immer wieder die US-Regierung beschuldigt hatte, einen gewalttätigen Teil der venezolanischen Opposition zu finanzieren, welche die Absicht hatte, ihn zu stürzen, hat Maduro seine Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, einen transparenten Dialog mit den Vereinigten Staaten führen zu wollen.

Als weitere Antwort auf die polemische US-Maßnahme hat Maduro ein Dokument für alle internationalen Foren unterzeichnet und zudem einen nationalen Plan zur Ablehnung des genannten Dekrets bewilligt, der sich an alle Schulen, Institutionen und Hochschulen in Venezuela richtet. Ebenso forderte er für nächsten Sonnabend eine neue Massenmobilisierung, um "Nein zum imperialistischen Erlass von Obama" zu sagen.

Maduro verurteilte am Mittwoch auch, dass die Regierung der Vereinigten Staaten das Epizentrum aller Verschwörungen gegen Lateinamerika geworden ist. Er sagte, dass der Putsch in Honduras gegen Präsident Manuel Zelaya von US-Beamten geführt wurde.
Trotz der ständigen Reibungen und der Tatsache, dass es seit 2010 keinen offiziellen Botschafter gibt, pflegen beide Länder einen intensiven kommerziellen Austausch.

Verweise:
http://de.sputniknews.com/politik/20160310/308332195/venezuela-botschafter-usa.html#ixzz42TtxxxyY
http://www.telesurtv.net/news/Maduro-retira-al-encargado-de-negocios-de-Venezuela-en-EE.UU.-20160309-0092.html
http://elcomercio.pe/mundo/actualidad/venezuela-nicolas-maduro-retira-representante-diplomatico-venezuela-eeuu-noticia-1885167
http://globovision.com/article/maduro-venezuela-no-es-una-amenaza-es-una-esperanza-para-el-mundo

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Felix Alemán

Felix Alemán (Jahrgang 1985), Deutsch-Spanier, wurde in Berlin geboren und wuchs in Spanien auf.

Nach dem Abitur schloß er eine kaufmännische Ausbildung in der Fachrichtung Fremdsprachen ab. Seit 2005 wohnt er wieder in Berlin. Seine Interessengebiete beinhalten Sprachen, Filme und Politik. Er schreibt Filmkritiken für einen spanischen Blog.

Für COLPORTAGE befaßt er sich u.a. mit geopolitischen Themen mit dem Schwerpunkt Spanien und Lateinamerika.

Webseite: www.colportage.de

Redaktion