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Lateinamerika rückt zusammen

Venezuela und Uruguay stärken bilaterale Beziehungen

Sonntag, 19 April 2015 15:45 geschrieben von 
Flagge von Uruguay Flagge von Uruguay

Montevideo - Am Mittwoch traf sich Venezuelas Vizepräsident Jorge Arreaza in der Hauptstadt Uruguays mit seinem uruguayischen Gegenstück Raúl Sendic, dem ehemaligen Industrieminister und nebenbei Sohn des gleichnamigen Führers der Tupamaro-Guerilla. Das entstandene Abkommen sieht vor, daß Venezuela Uruguay mit Öl beliefern wird und im Gegenzug landwirtschaftliche Produkte, darunter Reis, Milchprodukte und Hühnerfleisch, bekommt.

Arreaza verwies auf die venezolanischen Energiereserven, welche „wie Kommandant Chavez und Präsident Maduro uns gelehrt haben, nicht nur für Venezolaner sind, sondern für unser ganzes Amerika, die Karibik, Südamerika, zur gegenseitigen Ergänzung." Aber Uruguay habe auch Venezuela viel zu bieten. Bereits Hugo Chavez hatte günstige Ölexporte für die Länder Lateinamerikas gezielt zur Ausweitung der regionalen Integration genutzt.

Neben wirtschaftlichen Fragen wurden auch politische Themen erörtert. Der uruguayische Vizepräsident drückte seine Solidarität mit der venezolanischen Regierung aus und betonte ihr Recht, souverän eigene Entscheidungen zu fällen. Jegliche fremde Einmischung in Venezuelas innere Angelegenheit wies er zurück. Damit spielte er auf die Anordnung Obamas vom 9. März an, nach welcher Venezuela als „ungewöhnliche und außerordentliche Bedrohung“ zu betrachten sei, sowie auf die verhängten Sanktionen.

Auf dem jüngst abgehaltenen Amerika-Gipfel in Panama hatte bereits der neugewählte Präsident Uruguays, Tabaré Vázquez, seiner entschiedenen Ablehnung des US-amerikanischen Erlasses Ausdruck  verliehen. Sein Parteifreund und Amtsvorgänger José Murica hatte bereits einige Wochen zuvor einen Solidaritätsmarsch für Venezuela angeführt und dort erklärt, jeder, der behaupte, Venezuela sei eine Bedrohung für Washington, habe „eine Schraube locker“.

Generell verfolgt Uruguay auch unter seinem derzeitigen Präsidenten Tabaré Vázquez aus der Sozialistischen Partei Uruguays eine eher zurückhaltende Außenpolitik und versucht gute Beziehungen zu den USA mit vor allem wirtschaftlicher Kooperation mit den ihrerseits teils im Konflikt mit den USA liegenden Staaten der Region zu verbinden. Bereits José Murica, welcher hierzulande eher durch seine privat bescheidene Lebensführung und Beliebtheit im Volk als durch seine tatsächliche Politik einige Bekanntheit erlangte, verstand es, eine entschieden prozionistische Haltung und gute Kooperation mit dem Megaspekulanten George Soros mit umfassenden Geschäften mit Venezuela unter einen Hut zu bringen.

 

Quellen:

http://venezuelanalysis.com/news/11341
http://www.eluniversal.com/economia/150416/uruguay-seeks-to-pay-oil-to-venezuela-with-food-items

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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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