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George W. Bush und Dick Cheney auf "Terror-Liste" gesetzt

Venezuela verkündet weitere Maßnahmen gegen US-Einfluß

Mittwoch, 04 März 2015 14:35 geschrieben von 
Flagge Venezuelas Flagge Venezuelas

Caracas - Der wechselseitige Sanktionskrieg zwischen den USA und Venezuela geht in die nächste Runde. Die venezolanische Regierung hat mehrere US-Politiker, darunter George W. Bush und Dick Cheney, zu personae non gratae erklärt und ihnen die Einreiseerlaubnis entzogen, nachdem die USA ihrerseits gegen mehrere venezolanische Politiker ein Einreiseverbot verhängt hatte.
In einer Rede vor tausenden seiner Anhänger am Sonnabend, dem 28.  Februar, bezeichnete Präsident Nicolas Maduro die genannten Politiker als „Terroristen gegen die Völker der Welt“. „Ich habe mich zu einer Verbotsliste entschieden für Leute, denen keine Visa erteilt werden, und die niemals nach Venezuela einreisen können, für eine Reihe wichtiger US-Politiker, welche Menschenrechtsverletzungen begangen haben. Sie haben das Volk des Irak bombardiert, das Volk Syriens, das Volk Vietnams... es ist eine anti-Terroristen-Liste“, so der Präsident.

Maduro hielt seine Ansprache im Rahmen eines Protestmarsches gegen die erst im Februar verschärften US-amerikanischen Sanktionen gegen Venezuela sowie die Einmischung in die inneren Angelegenheiten des südamerikanischen Staates. Er sprach von einem „Moment der gesteigerten Aggression“ der Regierung Barrack Obamas und forderte eine „globale Rebellion gegen den US-Imperialismus“.
Einige weitere diplomatische Maßnahmen gegen die USA wurden während der Rede angekündigt. So sollen die Gebühren, welche US-Bürger für das Einreisevisum nach Venezuela zu zahlen haben, angehoben werden und entsprechen dann denen, welche Venezolaner ihrerseits für die Einreise in die USA zahlen müssen. Beabsichtigt ist damit eine Eindämmung der Spionage durch US-Bürger, nach venezolanischer Darstellung waren mehrere derartiger Vorfälle bekannt geworden. Ebenso wird die US-Botschaft in Caracas bedeutenden Einschränkungen unterworfen sein. Jedes dort beabsichtigte Treffen soll vorab den venezolanischen Behörden zu melden sein, desweiteren wird die Botschaft zu einer Reduktion der Angestellten von gegenwärtig 100 auf 17 verpflichtet werden. Dies ist die Zahl der venezolanischen Botschaftsangestellten in den USA.

Die Spannungen zwischen den USA und Venezuela verschärfen sich zusehends, insbesondere seit im Februar ein nach Ansicht der venezolanischen Regierung US-gestützter Putsch gegen Nicolas Maduro vereitelt werden konnte; die USA ihrerseits hatten diese Anschuldigungen als haltlos zurückgewiesen. Nichtsdestotrotz betonte der venezolanische Präsident, diese Entscheidungen seines Staates richteten sich nicht gegen das US-amerikanische Volk, sondern lediglich gegen eine „imperialistische Elite“. Nicolas Maduro hat, wie sein Amtsvorgänger Hugo Chavez, mit seiner sozialistischen Politik den deutlich größeren Teil seines Volkes hinter sich, sich jedoch auch die Gegnerschaft großer Teile des Mittelstands und der ehemaligen Eliten zugezogen. Nichtsdestotrotz sollen laut einer bei der regierungsnahen Seite „Venezuelanalysis" zitierten Umfrage einer Denkfabrik aus oppositionellen Kreisen 92% der Venezolaner jegliche ausländische Einmischung ablehnen, während 62% der Ansicht seien, die USA hätten nicht das Recht, Urteile über die inneren Angelegenheiten Venezuelas abzugeben.

 

Quellen: 

http://venezuelanalysis.com/news/11245
http://www.reuters.com/article/2015/03/02/us-venezuela-usa-idUSKBN0LY29220150302

Letzte Änderung am Mittwoch, 04 März 2015 14:39
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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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