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Keine Blumen aus den Anden

Venezuelas Präsident Maduro reagiert auf neuerliche Sanktionen

Mittwoch, 04 Februar 2015 12:18 geschrieben von 
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Caracas - Venezuelas Präsident Nicolas Maduro hat die USA wegen ihrer jüngst erweiterten Sanktionen gegen venezolanische Politiker mit scharfen Worten kritisiert. Am Montag hatte Jen Psaki, die Sprecherin des US State Department, die Erweiterung der Liste von venezolanischen Regierungsvertretern, welchen die Einreise in die USA untersagt ist, bekannt gegeben:

„Diese Einschränkungen werden auch die unmittelbaren Familienmitglieder jener von Visabeschränkungen erfaßten Personen, von denen eine Beteiligung an Menschenrechtsverletzungen oder Handlungen öffentlicher Korruption angenommen werden, betreffen. (...) Wir werden diese Individuen aufgrund der US-Visa-Vertraulichkeitsgesetze nicht öffentlich benennen, jedoch wir senden eine klare Botschaft, daß Menschenrechtsverletzer, jene, die von öffentlicher Korruption profitieren und ihre Familien in den USA nicht willkommen sind.“

Im Dezember 2014 waren bereits Sanktionen gegen diverse venezolanische Politiker erlassen worden, als Begründung wurde deren Rolle in der Unterdrückung regierungsfeindlicher Demonstrationen in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres genannt. Während dieser Unruhen waren 43 Personen ums Leben gekommen, welche sich etwa zu gleichen Teilen auf staatlicher und oppositioneller Seite befunden hatten.

Nicolas Maduro hatte am letzten Wochenende auf einem Energiegipfel der karibischen Staaten, welcher in Washington stattfand, US-Vizepräsident Joe Biden vorgeworfen, eine Verschwörung gegen seine sozialistische Regierung zu betreiben:

„Die imperiale Macht des Nordens ist in eine gefährliche Phase der Verzweiflung eingetreten, und sie sind dazu übergegangen, mit Regierungen der Hemisphäre zu sprechen, um den Sturz meiner Regierung anzukündigen. Ich klage US-Vizepräsident Joe Biden an, persönlich mit Präsidenten und Premierministern gesprochen zu haben.“ Das Büro Bidens nannte die Anschuldigungen „grundlos und offensichtlich falsch“. Einen Tag später antworteten die USA allerdings unter Verweis auf die Menschenrechtslage in Venezuela mit den erweiterten Einreisebeschränkungen.

Maduro reagierte nun seinerseits mit beißender Kritik: „Sie töten straffrei schwarze Jugendliche in den Straßen, sie verfolgen und haben Konzentrationslager für Kinder in Zentralamerika, sie haben etliche Bürger auf der Welt ohne jedes Rechtssystem entführt, sie Folter und Isolation unterworfen... Von welchen Menschenrechten sprechen sie?“

Die voriges Jahr eskalierten Proteste in Venezuela sind sicher zum Teil der umstrittenen und dem Mittelstand wenig förderlichen Wirtschaftspolitik der sozialistischen Regierung zuzuschreiben, nicht zuletzt jedoch auch ausländischer Einflußnahme. Leopoldo Lopez und andere Führer der Opposition waren letztes Jahr wegen ihrer angenommenen Leitung der Proteste und Anstachelung zu Gewalttaten inhaftiert worden. Als einer der wichtigsten Financiers der venezolanischen Opposition gehört zudem die CIA-nahe US-Organisation „National Endowment for Democracy“.

 

Quelle:

http://www.bbc.com/news/world-latin-america-31104879
http://www.washingtontimes.com/news/2015/feb/3/nicolas-maduro-venezuelas-president-i-accuse-us-vi/
http://nsnbc.me/2015/02/04/us-a-rogue-state-with-concentration-camps-venezuela-responds-to-new-sanctions/
http://nsnbc.me/2014/11/20/2013-video-shows-leopoldo-lopez-strategizing-for-maduros-ouster-with-miami-venezuelans/

Letzte Änderung am Donnerstag, 05 Februar 2015 12:25
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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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