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Israel macht es möglich

Volker Beck kuschelt mit Rechtsextremisten

Donnerstag, 17 Dezember 2015 18:46 geschrieben von 
Ajelet Schakid im März 2015 mit dem israelischen Präsidenten Reuven Rivlin Ajelet Schakid im März 2015 mit dem israelischen Präsidenten Reuven Rivlin Quelle: Government Press Office of Israel - Mark Nayman

Berlin - Wer hätte das gedacht: Volker Beck, der schwule CSD-Partygänger und Aktivist gegen alles, was irgendwie konservativ oder rechtsverdächtig ist, glücklich grinsend neben einer Politikerin, die als schwulenfeindlich und rechtsextrem gilt!

Auf seiner facebook-Seite teilte der grüne Politiker und (ehemalige?) Pädophilenversteher am 9. Dezember ein Foto, welches ihn mit seinem Büroleiter Sebastian Brux und einer Dame namens Ajelet Schaked zeigt. 
Diese ist ihres Zeichens seit Mai 2015 israelische Justizministerin und steht als solche unter anderem für ein konsequent hartes Vorgehen gegen aufmüpfige Palästinenser. Die Partei, welcher sie angehört, nennt sich HaBajit haJehudi („Jüdisches Heim“), nach der deutschsprachigen Wikipedia vertritt diese einen „Religiösen Zionismus“ und „Neo-Zionismus“, die englischsprachige Fassung des Internetlexikons schreibt etwas simpler „Right-wing to Far-right“ („rechts bis rechtsextrem“). 
Der Likud, die Partei Netanjahus, kam für Schaked nicht in Frage, er habe sich mit jeder Regierungsperiode ein Stück nach links bewegt. Bei Wikipedia heißt es unter Verweis auf ein interview mit „The Jewish Press“: „Für ihre politischen Positionen und Werte käme er nicht in Frage. Deshalb sei für sie die Partei „Jüdisches Heim“ die richtige Wahl. Unter anderem müsse Israel unbedingt ein jüdischer demokratischer Staat bleiben und dürfte nicht eine „Nation für Alle“ werden.“
Ist das nicht das ethnische Prinzip, also das genaue Gegenteil dessen, was ein Volker Beck für Deutschland vertritt? Warum soll denn der Multikulturalismus, den Herr Beck für Deutschland wünscht, für Israel schlecht sein? Wir lesen weiter: „Schaked setzt sich für einen Migrationsstop aus Afrika ein und ist Vorsitzende des „Ausschusses über Infiltratoren” des Knesset. Sie zeigt sich besorgt über die Auswirkungen der afrikanischen Zuwanderung in der direkten Umgebung ihres Arbeitsplatzes in Tel Aviv.“ Migrationsstop aus Afrika? Besorgt über Auswirkungen von Zuwanderung? Das klingt verdächtig nach Rassismus. 
Im Juli 2014 soll sie im Rahmen der israelischen Aktion gegen Gaza „das gesamte palästinensische Volk“ als den Feind bezeichnet haben und forderte seine Zerstörung „einschließlich seiner Alten und seiner Frauen, seiner Städte und Dörfer, seines Besitzes und seiner Infrastruktur“. Das klingt nicht nur nach Rassismus, sondern nach einer Aufforderung zum Genozid. Verzweifelt möchte man rufen: „Herr Beck, übernehmen Sie!“ 
Der Unterhaltungswert der Angelegenheit steigert sich übrigens noch etwas, wenn man bedenkt, daß  „HaBajit haJehudi“ sich der von Volker Beck so leidenschaftlich vertretenen „Homo-Ehe“ vehement entgegenstellt. Ein Kommentator unter dem von Beck geteilten Foto schreibt dann auch „Sie trägt pink, aber ist eine der wichtigsten homophoben Figuren in Israel.“
Man muß zugeben, bei dem Treffen kritisierte Beck ein von Schaked geplantes Gesetz, welches vom Ausland finanzierten NGOs ihre Arbeit in Israel erschweren würde. Dennoch gibt sich Beck hier freundschaftlich in einer Weise, die ihm gegenüber Rußland, als es ausländische NGOs in ihrer Arbeit beschränkte oder homosexuelle Propaganda untersagte, nicht einfiel. Der Doppelstandard ist offensichtlich.
Warum tut Herr Beck da nichts, der sich doch sonst in aller Herren Länder für Darkrooms und gegen nationale Identitäten einsetzt? Möglicherweise, weil er Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe ist? Aber wenn Herr Beck nichts gegen diese Rechtsextremisten tut, wer hilft dann? Daniel Cohn-Bendit? Gregor Gysi? Julia Bonk? Claudia Roth? Oder vielleicht Anetta Kahane?


Verweise:
https://www.facebook.com/VolkerBeckMdB/photos/a.10151828138012698.1073741861.46819172697/10153730599942698/?type=3&theater
https://de.wikipedia.org/wiki/Ajelet_Schaked
http://www.jewishpress.com/indepth/interviews-and-profiles/an-interview-with-ayelet-shaked-secular-candidate-for-habayit-hayehudi/2012/08/15/0/
https://twitter.com/Volker_Beck/status/674537223832911872
http://www.volkerbeck.de/2015/10/14/terror-gegen-israel-beenden-die-gewaltspirale-durchbrechen-2/
http://mondoweiss.net/2015/05/netanyahu-palestinians-government
http://www.haaretz.com/israel-news/.premium-1.689976
http://www.welt.de/politik/ausland/article141018654/Ajelet-Schaked-ist-Israels-umstrittenste-Politikerin.html

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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Dezember 2014 leitet er die Redaktion von COLPORTAGE.

Webseite: www.colportage.de

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