Richard Rapallo

Richard Rapallo

Jahrgang 1969, Waldgänger und Christ, ehemals Reserveoffizier der Bundeswehr, arbeitet in der Forstverwaltung der kanadischen Provinz Neuschottland.

Themenschwerpunkte: Geopolitik, Ideengeschichte, Militärwesen, Naturschutz.

Berlin - Es heißt, Brendan der Reisende, ein irischer Mönch, habe als erster Europäer Nordamerika entdeckt. Bekannt wurde Brendan durch die „Navigatio Sancti Brendani“, einem im Mittelalter sehr beliebten und verbreiteten Bericht über eine Seereise, die er zwischen 565 und 573 n.Chr. mit zwölf Gefährten unternommen haben soll. Das Ziel dieser Reise, die mit einem lederbespannten Segelboot (Curragh) unternommen wurde, war die „Terra Repromissionis sanctorum“, eine verheißene Insel im Westen. Als gesichert gilt hingegen, dass um das Jahr 1000 n. Chr. ein Gebiet an der Nordostküste Nordamerikas von dem Wikinger Leif Eriksson und seinen Mannen entdeckt wurde. Es war ein flaches, bewaldetes Land, und die Wikinger tauften es Markland, was so viel wie Waldland bedeutet. Der Überlieferung zufolge hatte Leif zunächst Helluland (Baffininsel) und dann das bewaldete Markland (Labrador oder Neufundland) entdeckt, als seine Expedition Vinland entdeckte. Die genaue geographische Lage Vinlands ist umstritten, teilweise wird Neuschottland und Neubraunschweig angenommen, teilweise Neuengland in der Nähe des heutigen Boston, Massachusetts. Bei den in Vinland vorkommenden Weinstöcken der Saga könnte es sich um die Johannisbeere oder Blaubeere gehandelt haben. Der Saga von Erik dem Roten zufolge soll Thorfinn Karlsefni im 11. Jahrhundert mit 140 Gefolgsleuten in Vinland gesiedelt haben. Nach anfänglich guten Kontakten zu den Einheimischen, welche von den Nordmännern als Skrælingar bezeichnet wurden, soll es jedoch zu gewaltsamen Konflikten gekommen sein, worauf die Nordmänner nach drei Jahren nach Grönland und Island zurückkehrten.
Archäologisch sind die frühesten menschlichen Spuren in Neuschottland nur anhand von steinernen Speerspitzen festzumachen und lassen eine Besiedlung im 9. vorchristlichen Jahrtausend als wahrscheinlich gelten. Diese Jäger und Sammler, die als Paläoindianer bezeichnet werden, gelten als erste Siedler in Neuschottland und deren Siedlungen werden auf 8600 v. Chr. datiert. Die heute noch im Osten Kanadas und im Nordosten der USA lebenden Mi'kmaq sind Nachkommen dieser Paläoindianer, doch waren sie nicht nur Jäger und Sammler, sondern auch Fischer.

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