Mittwoch, 09 März 2016 14:38

Boris Nad: Hyperboreer

Berlin - Irgendwo in der Dunkelheit des Nordens, zwischen anderen Ländern und Völkern, lag Hyperborea - unsichtbar, das zweite Vaterland. Jeder hat dorthin gestrebt, nicht nur Polarreisende und Forscher, sondern auch ganze Nationen. Wo alle Möglichkeiten erschöpft sind, kehren wir zum Ursprung zurück, zum Beginn. Daher könnte den Pol zu erreichen oder Hyperborea zu finden - das Land jenseits des Nordwindes - gleichbedeutend damit werden, die verlorene Bedeutung des Lebens zu entdecken. Vielleicht haben wir letztlich bereits seinen heiligen Boden betreten, ohne es zu wissen. Eine Insel, verloren in der Ödnis des Nordmeeres, könnte die Spitze des mythischen Berges Meru gewesen sein. Grabstätten wie jene, welche im fernen Lappland, auf der Halbinsel Kola, gesehen wurden - Steingräberfelder, mit Hirschhörnern obenauf - welche ein Wegweiser der Erinnerung an sie waren. Nun, wie auch immer, haben die Menschen den Norden geschlagen verlassen, mit kranken Augen und zerschlagenen Körpern, den Landkindern zur Freude.

Redaktion