München – Anhänger der Energiewende müssen immer wieder zur Kenntnis nehmen, dass die Dächer öffentlicher Gebäude für die klimafreundliche Solarstromerzeugung nur sehr zögernd genutzt werden. Das gilt auch für Berlin, das von einer Koalition aus SPD, Linken und Grünen regiert wird. Jüngst wurde bekannt, dass der Berliner Senat auch zukünftig nicht vorhat, neue Schulgebäude mit Photovoltaikanlagen auszustatten. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, kann es nicht fassen: „Jeden Freitag gehen Tausende Schülerinnen und Schüler auf die Straße. Völlig zu Recht fordern sie besseren und schnelleren Klimaschutz, auch hier in Berlin. Schuldächer für die Sonnenstromernte zu nutzen, wäre nicht nur ein wichtiges klimapolitisches Bekenntnis, sondern auch pädagogisch und betriebswirtschaftlich sinnvoll. Der Senat sollte die Chance, die dezentrale Energiewende weiter in die Stadt zu tragen und die Energiekosten der Schulen deutlich zu senken, unbedingt ergreifen.“ Die Dachflächen der Schulen nicht für die Erzeugung von Solarstrom zu nutzen, führe auch den „Masterplan Solarhauptstadt“ ad absurdum, auf den sich die rot-rot-grüne Koalition geeinigt hatte. In der Koalitionsvereinbarung ist auf Seite 61 zu lesen: „Die Koalition wird in einem ‚Masterplan Solarhauptstadt‘ konkrete Ausbauziele festschreiben und die Maßnahmen zügig umsetzen.“Schulneubauten ohne Solaranlagen widersprechen somit dem Koalitionsvertrag und verstoßen außerdem gegen das seit März 2016 geltende Energiewendegesetz.

Redaktion