Moskau - Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat betont, die irakische Regierung habe Moskau nicht offiziell gebeten, auf seinem Territorium Luftschläge gegen den „Islamischen Staat“ (auf Arabisch „Daesh“ genannt) durchzuführen. 
Iraks Premierminister Haider al-Abadi hatte einige Tage zuvor in einem Interview mit dem Sender France 24 das Engagement der US-geführten Koalition gegen den IS kritisiert, es gebe zu wenig Unterstützung, zudem drückte er Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Willens zur Bekämpfung des IS aus. Hingegen lobte er das russische Vorgehen und bezeichnete russische Luftschläge als eine Möglichkeit, die jedoch noch nicht diskutiert worden sei. Lawrow hingegen erklärte, es gebe keine derartigen Pläne.

 

Bagdad - Der schiitischen Regierung des Irak dürfte kaum entgangen sein, daß die USA sie zwar einmal nützlich fanden, als es darum ging, nach dem Sturz Saddam Husseins ein gewisses Maß an Reststaatlichkeit zu bewahren, sich jedoch die geopolitischen Prämissen in den letzten Jahren deutlich verschoben haben. Nach dem Sturz der laizistischen arabischen Nationalisten Saddam Hussein und Muammar Ghaddafi stehen neben dem Syrien Bashar al-Assads vor allem die schiitischen Kräfte der beabsichtigten Neuordnung des Nahen Ostens im Weg, auch wenn sie vorher ihre Rolle an der Seite der USA gespielt haben.

Dienstag, 26 Mai 2015 13:35

Rückeroberung Palmyras anvisiert

in Politik

Damaskus - Am Mittwoch, dem 20.5., hatte der „Islamische Staat des Irak und der Levante“ (ISIL) die durch ihre altrömischen Ruinen berühmte Stadt Palmyra (arabisch „Tadmur“) in der syrischen Provinz Homs eingenommen. Nach Angaben des syrischen Staatsfernsehens soll die Gruppe seither etwa 400 Zivilisten, darunter mehrheitlich Frauen und Kinder, getötet haben, zudem sollen zahllose Zivilisten zu unbekannten Zielen verschleppt worden sein. Anderen Darstellungen, etwa dem Syrien feindlichen, in Katar ansässigen Sender Al Jazeera zufolge, soll es sich bei den Toten hauptsächlich um Angehörige der syrischen Armee und staatstreuer Milizen handeln.

Berlin - Scheich William Henry Abdullah Quilliam (1856-1932) war ein britischer Anwalt und Autor, der 1887 zum Islam konvertierte und seinerzeit die erste Moschee Großbritanniens in Liverpool errichtete. Auf ihn bezieht sich die Quilliam Foundation, welche 2008 in London von Aussteigern aus der radikalislamistischen Szene gegründet wurde. Sie versteht sich als anti-islamistische Denkfabrik; interessant ist insbesondere der Ansatz, die Ideologien des Islamismus und Dschihadismus aus den heiligen Schriften des Islam selbst heraus als theologisch nicht gerechtfertigte Abweichungen zu diskreditieren und diese Gedanken auch unter Muslimen weltweit zu verbreiten.

Redaktion