Buenos Aires - Am vorletzten Sonntag, dem 22.11. fanden in Argentinien Präsidentschaftswahlen statt. Der Sieg des US-orientierten Liberalen Mauricio Macri bedeutet den konsequenten Bruch mit der peronistischen Tradition des Landes.
Von 2003 bis jetzt regierten die Kirchners das Land – zuerst der verstorbene Néstor und danach seine Frau Cristina. Die Eheleute Kirchner hielten zumindest theoretisch, wenn auch in der Praxis stark eingeschränkt, das soziale und souveränistische Erbe Perons am Leben. Wie vor ihnen der syrischstämmige Carlos Menem, standen sie an der Spitze der „Partido Justicialista“. „Justicialismo“ war die Bezeichnung, die General Perón seine Bewegung gab und ließe sich etwa als „Gerechtigkeits-ismus“ übersetzen.
Néstor und Cristina Kirchner waren sicher nicht die herausragenden Volksführer vom Range Juan und Eva Peróns, ihre Regierungen wurden nicht zu Unrecht der Korruption bezichtigt. Außenpolitisch gelang es ihnen hingegen, weitgehend die Unabhängigkeit des Landes zu wahren. Keineswegs hat Argentinien blind die Befehle der USA befolgt, wie es in Westeuropa oft der Fall ist; zudem unterhielt es gute Beziehungen zu den souveränsten und fortschrittlichsten Nationen Lateinamerikas, wie dem Venezuela von Hugo Chávez oder Ecuador unter Rafael Correa.

Mittwoch, 12 August 2015 23:43

Argentinien entscheidet über seine Zukunft

in Politik

Buenos Aires - Im Oktober werden in Argentinien Präsidentschaftswahlen stattfinden. Cristina Fernández de Kirchner hat zwei Amtsperioden regiert und darf, verfassunsbedingt, nicht erneut antreten. Sie und ihr im Oktober 2010 verstorbener Ehemann und Amtsvorgänger Néstor haben das Land als Staatsoberhäupter deutlich tiefer geprägt als in parlamentarisch-demokratischen Regierungssystemen üblich.

Redaktion