Mossul - Jakob Augstein, Chefredakteur der Wochenzeitung „Der Freitag“ und Träger des „Bert-Donnepp-Preises“, schrieb auf „Spiegel Online“ die gandhischen Worte: „Als Deutschland und Schweden im Sommer damit begannen, große Zahlen muslimischer Flüchtlinge aufzunehmen, hatte das historische Bedeutung: Es war ein Werk der tätigen Versöhnung zwischen Orient und Okzident. Nie hat der Westen dem Islamismus eine größere Niederlage beigebracht als in dem Moment, da er den unter Krieg und Terror leidenden Muslimen Schutz gewährte. Man kann sich vorstellen, dass die Schergen des IS von diesem entwaffnenden Akt der Selbstlosigkeit schockiert waren.“

Donnerstag, 29 Oktober 2015 20:23

Zu Besuch bei der „Wahabia Mossul“

in Politik

Mossul - Die alte nordirakische Universitätsstadt Mossul liegt in malerischer Umgebung am Ufer des Tigris. In ihrer Umgebung gibt es bedeutende Ölfelder, auch historisch ist die Stadt von einigem Rang. Zudem gibt es dort seit 1967 eine staatliche Universität. Allerdings wurde alles anders, als der „Islamische Staat“ Mitte 2014 die Stadt einnahm. Wer sich nicht zum sunnitischen Islam bekannte, wurde vertrieben oder getötet, das Wirtschaftsleben kam zum Erliegen, die Universität stellte den Lehrbetrieb ein.

Berlin - Als Ende Februar 2015 ein Video des sogenannten „Islamischen Staates“ seinen Weg in die Redaktionen westlicher Nachrichtenagenturen fand, das die Vernichtung jahrtausendealter, meist assyrischer Kunstgegenstände im „Mossul Museum“ dokumentierte, saß der Schock bei Laien und Experten tief. So wähnte man doch einzigartiges Kulturgut, das uns vom Beginn der menschlichen Zivilisation Zeugnis gab, durch die Hand religiös fanatisierter Barbaren unwiederbringlich vernichtet.

Redaktion